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Reisereportage Glückstage auf der Alp

Kühe versorgen, damit sie zufrieden sind und gute Milch für guten Käse geben – auf einer Sennerei mithelfen kann jeder. Das bedeutet früh aufstehen und ist anstrengend, aber schön und erfüllend.

Stockdunkle Nacht. Obwohl der Halbmond fahles Licht auf die Berge wirft. Hier unten auf der Straße kommt es nicht an. Kurz nach halb sechs morgens marschiere ich, nur eben Zähne geputzt und in die Klamotten gesprungen, vom Alphof Steinenberg zum Stall um einige Kurven und etwa 100 Meter höher. Noch etwas weiter oben am Hang schwanken Scheinwerfer durch die Finsternis.
Plötzlich höre ich dumpfe Glocken, und aus dem Dunkel schälen sich dicke Kuhleiber. Sie stutzen. Während sie stehen bleiben und die unbekannte Besucherin anglotzen, kommen von weit oben, von der Bergweide Spycherboden, die Alpbauern Daniela und Fritz Gerber mit ihren Lampen, treiben mit lautem „Hoi! Hoi!“ die 30 Kühe Richtung Stall. Hofhund Toni, zwölf Jahre und etwas altersmüde, trottet mit heiserem Gebell nebenher. Stau vor dem Stall. Ich klopfe den Rindern auf ihre kräftigen  Hinterbacken, drücke sie Richtung Tür – bei 700-Kilo-Tieren so gut wie vergeblich. Eigentlich bin ich gekommen, um Käse zu machen. Nun stehe ich hier zwischen Wendi, Santana und Cordula. Okay, kein Käse ohne Milch. Keine Milch ohne… Das Käsen ist sowieso eine Sache für sich. Aber davon später.

Hütte

Auf der schweizer Hütte kommt unsere Autorin zur Ruhe.

Das Leben auf der Alp

Denn auf einem Bauernhof dreht sich alles um die Tiere. „Die kommen immer zuerst.“ Sennerin Daniela, mit hellbraunen kurzen Haaren in einer Fleecejacke und schon um diese Zeit freundlich lachend, dirigiert die Tiere energisch auf ihre Plätze. „Hier, das ist Albula. Unsere Lieblingskuh. Ein Hochzeitsgeschenk, vier Jahre ist sie alt“, erzählt Daniela, deren Melkschemel bei jedem Schritt zwischen Po und Kniekehle baumelt. So lange bewirtschaften sie und Fritz die Steinenberg-Alp im Berner Oberland. Mit einer Handvoll Holzwolle reibt sie Albulas Euter sauber, setzt an jede Zitze einen Saugschlauch des Milchaggregats.
 

Noch mehr Eindrücke vom Alphof Steinenberg finden Sie in unserer Bildergalerie.

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