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Vital-Test Zimmerbrunnen gegen Stress

Wir testen für Sie ungewöhnliche Methoden und Produkte, die Gesundheit und Wohlbefinden versprechen. Diesmal: Der Zimmerbrunnen Serenity Fountain soll Stress wegplätschern.

Romina Pleschko mit Serenity Fountain

Mit Schönheit kenne ich mich wirklich aus. Aber dieses Ding, laut Pressemitteilung „ein echter Hingucker in Wohn-, Schlaf- oder Badezimmer“, ist zwar ein Hingucker, aber alles andere als schön.

Schon als ich den Entspannungsbrunnen „Serenity Fountain“ (übersetzt: Gelassenheitsquelle) auspacke, steigt mir aus dem Pappkarton eine unangenehme Muff-Fontäne in die Nase. Den Übeltäter finde ich schnell: Es ist das schwarze Plastik, aus dem der Brunnen zu rund 80 Prozent besteht. Nur die beiden Teelicht-Halter auf der runden Abdeckung und die daneben angebrachte – laut Hersteller – „hochwertige Glaskugel“ stechen aus dem Kunststoff-Kitsch zaghaft heraus.

Meinen neuen Ruhepol hätte ich sicher ohne die fünfseitige Anleitung aufbauen können. Doch es lohnt sich, sie zu lesen. So erfahre ich, was hilft, wenn die Wasserpumpe „rülpst“. Werde ermahnt, dass das Stromkabel unbedingt eine „Tropfschlinge“ bilden muss. Eine was?
Schließlich stolpere ich über diesen hübschen Satz: „Eine sorgfältige Pflege verhindert, dass das Wasser klebrig wird und sich Mikroorganismen bilden.“ Unappetitlich.
Beherzt gieße ich dennoch etwa einen Liter kaltes Leitungswasser in die Kunststoffschale. Anschließend balanciere ich die Abdeckung nebst Glaskugel in die drei vorgesehenen Kerben – eine ziemlich wackelige Konstruktion.

Weitere Infos:

Verkauft wird der Entspannungsbrunnen „Serenity Fountain“ für 34,95 Euro von Homedics unter www.homedics.de. Mehr Infos: Tel. 0 52 51/4 17 82 70 Im nächsten Heft: Wird die Quanten-Heilung von körperlichen und seelischen Beschwerden per CD für jeden möglich?

Ich entzünde die beiden mitgelieferten Teelichter und schalte die Pumpe ein. „Der entspannende Klang des fließenden Wassers schafft ein stressfreies Ambiente“, heißt es auf der Packung. Nun ja, das Wasser fließt. Ich höre aber nichts. Der einzige Ton, der in mein Ohr dringt, ist das nervige Brummen der Wasserpumpe. Ob mein Testgerät gleich aufstoßen muss?

Halt. Ich habe die „dekorativen, polierten Flusssteine“ vergessen. Die erzeugen bestimmt ein paar Verwirbelungen und schaffen so die erwartete, leise gurgelnde Wohlfühl-Kulisse. Auf dem Produktfoto füllen sie die Brunnenabdeckung. Tatsächlich stecken in der Tüte aber nur acht mickrige Kiesel. Das reicht gerade mal für vier Quadratzentimeter. Also raus vor die Tür. Aber selbst gesammelte Steine großzügig um die Glaskugel herum zu verteilen, bringt nichts: Das Brummen bleibt. Der Muff-Geruch auch.

Von Entspannung keine Spur. Der „Serenity Fountain“ ist hässlich, stinkt, rülpst, brummt laut, statt leise zu plätschern, und steckt in einer Mogelpackung. Will ich mich jeden Tag darüber ärgern? Nein, will ich nicht.

Fazit:
Ramsch. Oder ein Druckfehler? Sollte es „Brummen“, nicht „Brunnen“ heißen? Ich befürchte, nein.