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Gründer der Yoga-Philosophie Yoga-Legende Patanjali im Interview

Vor rund 2000 Jahren schrieb ein Weiser namens Patanjali einen Klassiker der Weltliteratur, die Yoga-Sutren. Exklusiv in VITAL: ein „Interview“ mit dem legendären Gründer der Yoga-Philosophie

Herr Patanjali, Sie haben einen internationalen Bestseller verfasst. Ihre Yoga-Sutren wurden inzwischen millionenfach gelesen. Wie war das möglich – ohne Marketing oder PR-Berater? Oh, in Indien ist mein Werk schon seit über 2000 Jahren auf dem Buchmarkt, und alle paar Jahrzehnte hat sich ein prominenter Gelehrter, Philosoph oder König berufen gefühlt, einen Kommentar dazu abzugeben. Sie wissen doch: Empfiehlt ein Promi ein Buch, ist das die beste PR, die man kriegen kann.

Sie sind längst selbst eine prominente Persönlichkeit. Ja, mittlerweile gibt’s die Yoga-Sutren in allen möglichen Sprachen, und ich werde in sämtlichen Yoga-Schulen der Welt zitiert. Habe ich zumindest gehört.

Apropos Zitate: Welches Sutra mögen Sie persönlich am liebsten? Sie stellen Fragen! Wir reden hier von 195 Sanskrit-Sutren. Mein Lieblingsvers? Vielleicht dieser – zumindest ist er DAS grundlegende Sutra: „yogash chitta vritti nirodhah“. Man soll seinen Geist zur Ruhe bringen, um die Welt rund - herum ein wenig klarer zu sehen.

Erläutern Sie das doch bitte mal. Wir haben alle unsere „chittas“: Erfahrungen, Erlerntes, Erinnerungen. Ohne die würde uns die permanente Informationsflut rammdösig machen. Macht sie ja tatsächlich auch einige. Unser Geist fischt sich aus den Infos das heraus, was er schon kennt – das nenne ich „vritti“. Alles andere wird schlichtweg ausgeblendet. Darum glauben wir tatsächlich, dass unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit entspricht. Dabei sehen wir durch unsere Erfahrungsbrille nur ein selbst geschaffenes Zerrbild.

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