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Mode Stil plus Ethik zählt

Nicht nur die Trends ändern sich, sondern auch die Mode selbst. Längst ist „öko“ viel mehr als nur „Jute statt Plastik“: Marken, die auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung setzen, trumpfen auf mit lässigem Stil und modernem Design. Für die Sommer-Mode gilt: Shoppen Sie mit bestem Gewissen!
Frau mit Pullover in weiss

Die Hamburger Trendforscherin Antje Schünemann über den Wandel der Ökomode aus der Nische zur „Eco-Fashion“ für alle.

vital: Es ist nicht lange her, da haftete Ökomode noch das Jutesack-Image an.
Antje Schünemann: Das hatten ökologische Produkte insgesamt. Genau wie bei der Ernährung lösen sich klassische Klischees langsam auf. Ökologisch und lecker essen geht ebenso, wie sich „ökokorrekt“ zu kleiden und zugleich top auszusehen. Dabei scheitern wir trotz guter Vorsätze oft an der Umsetzung. Dennoch beginnen wir, uns umzustellen, aber nicht komplett.
 
Bleibt es so nicht nur ein Alibi, etwas „öko“ zu sein?
Niemand schafft es, in allen Lebensbereichen umweltverträglich zu agieren. Mode ist da gegenüber der Ernährung sicherlich der schwierigere Teil, weil zum einen die Lust auf Abwechslung und Individualität in unserer Gesellschaft sehr groß ist, zum anderen fehlt das Bewusstsein, welcher Schaden durch schnelle Modezyklen entstehen kann.
 
Bleibt Ökomode die Nische oder erreicht der Trend bereits den Mainstream?
H&M zeigt mit der „Conscious Collection“, dass Ökomode auch im Mainstream funktioniert – allerdings nur, wenn das Styling stimmt. Dass Ökomode es bis in die Couture-Liga geschafft hat, beweisen spezielle Showrooms, die sich zur Fashion Week in Berlin etabliert haben. Der Tenor der Labels dort: Stil plus Ethik zählt. Kunden kaufen nach ästhetischen Gesichtspunkten. Wird zudem korrekt produziert, ist es ein Grund mehr für den Kauf.
Antje Schünemann, 33, berät als Trendforscherin und Business-Coach Firmen in qualitativer Markenführung.
 
Wird Mode also generell ökologischer?
Im Idealfall werden ressourcenschonende Herstellungsverfahren und faire Arbeitsbedingungen zum Must-have für Modelabels.
 
Biologisch, ökologisch, organic, nachhaltig: ziemlich verwirrend ...
Ja, verwirrend ist absolut treffend. Denn die Herangehensweise an das Thema „Eco Fashion“ kann sehr unterschiedlich erfolgen. Es muss nicht allein Mode aus nachwachsenden ökologischen Materialien sein, auch der gerechte Umgang mit Geschäftspartnern oder Upcycling spielen eine Rolle.
 
Worauf sollten wir beim Modekauf achten?
Den eigenen Konsum reflektieren und mal auf ein Teil bewusst verzichten. Letztendlich kommt ein übersichtlich gefüllter Kleiderschrank auch uns entgegen: Wir entscheiden schneller und gehen nicht in der „Zuvielfalt“ unter.

 

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Autor:
Saskia Völker