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Green Fashion Nachhaltige Designer-Mode

Unser Mann des Monats fertigt aus ökologischen Materialien Businessmode und Traumkleider: Designer Stefan Reinberger, 48, entwirft Mode mit Mehrwert für Frauen, die mehr möchten als nur großartig aussehen. 

Designer Stefan Reinberger

Abendkleider, besetzt mit 
Pailletten aus alten CDs. Ein
flatternder Partydress aus handbemalter Ökoseide. Zwei Kollektionen, eine Idee – und dazwischen liegen gut 20 Jahre Entwicklung: vom Modestudenten zum Designer, vom Recyclinggedanken zur Green Fashion.

Mit 15 entdeckte Stefan Reinberger seine Liebe zur Mode. Nach einem Studium an der Bremer Kunsthochschule arbeitete der gebürtige Rheinländer als Designer für verschiedene Firmen und entwarf nebenher fantasievolle Theaterkostüme. 1998 gründete er in Berlin sein Label „Reinberger Couture“. Das Kernstück: eine Frauenkollektion, die – branchenuntypisch – nicht jede Saison komplett wechselt. Das modern Zeitlose seiner Kleinserien und Unikate ist Stefan Reinberger wichtig: „Ich biete auch Klassiker an, die immer nachgeordert werden können. Oft möchte eine Kundin auch nach Jahren noch ein ergänzendes Teil zu ihrem Lieblingskostüm oder -anzug.“ Nachhaltigkeit der etwas anderen Art.

Der Designer liebt Details, Drapierungen und weiche, fließende Stoffe. „Businesstauglich, aber immer weiblich“, so beschreiben Kundinnen seinen Stil. Da erhält der Hosenanzug aus grober Wolle eine Perlenverzierung, und Nadelstreifen treffen auf üppige Blumenmuster. Auch bei der Produktion geht Reinberger seinen eigenen Weg, verarbeitete von Anfang an vorwiegend natürliche Materialien. „Ich liebe Wolle und Seide, nehme gern einen schönen Stoff in die Hand. Das war ein Grund für mich, überhaupt Mode zu machen. Da ist es nur logisch, dass die Stoffe nicht mit Chemikalien belastet sind und unter vernünftigen Bedingungen hergestellt werden.“ Als in den letzten Jahren grüne Mode zum Thema wurde, stellte Stefan Reinberger fest: „Das mache ich doch längst. Ich nenne es nur nicht so.“

2010 fand er dann mit der Spremberger Tuche GmbH den idealen Partner. Das brandenburgische Traditionsunternehmen verwendet nachwachsende Rohstoffe und Pflanzenfarben und produziert ausschließlich in Deutschland. Um Stoffe zu entwickeln, steht der Designer oft selbst in der Werkhalle. Für seine aktuelle Kollektion, die er im Juli auf der Berlin Fashion Week vorstellte, ließ sich Reinberger von den Skulpturen des britischen Land-Art-Künstlers Richard Long inspirieren.

Sein Faible für alles Grüne, Lebendige beeinflusst seine Arbeit ebenso wie seinen Alltag. „Ich bin ein Genussmensch“, sagt Reinberger. „Schon deshalb versuche ich so viel Natürlichkeit wie möglich in mein Leben zu integrieren. Aber ohne Dogma.“ Daher verarbeitet er, wo Alternativen fehlen, auch mal einen „nicht grünen“ Stoff. Wenn es dann doch ökologisch geht, freut sich Stefan Reinberger besonders. Als er vom leuchtenden Rubinrot seines aktuellen Lieblingskleides schwärmt, dessen Seide ausschließlich mit Pflanzenfarben behandelt wurde, ist seine Begeisterung nicht zu überhören.