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Fashion Week Berlin H/W 2014 Interview mit Arrey Enow

vital sprach mit Designerin Arrey Enow über ihre Leidenschaft zur Mode, Schönheitsideale auf und neben dem Laufsteg und ihre Kundinnen in ihrem Laden in den Hackeschen Höfen.
In der Show lief Dr. Auma Obama mit, am Ende der Show wurde von Frau Ahlers eine Spende an die Stiftung Sauti Kuu überreicht, die von Dr. Auma Obama gegründet wurde.

Wie und wann haben Sie Ihre Leidenschaft für die Mode entdeckt?

Ich habe mit viereinhalb Jahren meinen ersten Rock genäht. Als Kind habe ich immer nur gelesen oder genäht. Heute, für mein eigenes Label, verwende ich keine Fasern mehr, die von Tieren stammen. Also weder Wolle noch Seide oder Leder.

 

Leben Sie bio?

Ja, so weit wie möglich. Und ich benutze schon lange die Naturkosmetik von Lavera. Sogar mein 12-jähriger Sohn benutzt die Hautcreme.

 

Wie wichtig ist das Make-up für den Look?

Sehr wichtig. Aber es muss natürlich nicht nur zum Look, sondern auch zu der jeweiligen Frau passen.

 

Welche Frau stellen Sie sich vor, während Sie entwerfen?

Eine sehr nordische Frau, groß, blond und blauäugig – und nicht zu schlank.

 

Wie stehen Sie zum Schlankheitsideal?

Auf dem Laufsteg gefällt mir, was ich sehe. Aber das zeigt nicht die Realität. Das muss man unterscheiden können. Meine Kundinnen dürfen immer essen.

 

Sie sind in Kamerun geboren. Beeinflusst das Ihre Entwürfe?

Ich entwerfe nicht für ein Volk, sondern nach einer Philosophie. Meine Entwürfe sind ein bisschen verspielt und sehr futuristisch, ich versuche in die Zukunft zu schauen.

 

Tragen Sie nur Ihre eigenen Entwürfe?

Zu 80 oder 90 Prozent ja. Erst vor zwei Jahren habe ich mir die erste Jeans gekauft, weil ein Freund mich überredet hat. Er meinte, ich brauche eine. Aber die hängt jetzt nur im Schrank.

 

Ihr Rat an alle Frauen?

In mein Berliner Geschäft in den Hackeschen Höfen kommen Frauen aus der ganzen Welt. Die deutschen Frauen sind die einzigen, die Angst haben, ihren Männern nicht zu gefallen. Wenn ER ein bisschen komisch guckt, kauft SIE das nicht. Das finde ich manchmal schade. Da sage ich schon mal: „Kommen Sie wieder her, wenn er weg ist.“ Die Italienerinnen oder Französinnen sind selbstbewusster und sagen eher: "Egal, wie mein Mann das findet, ich gefalle mir so und kaufe mir das."

 

Was fasziniert Sie an Berlin?

Alles. Für eine große Liebe würde ich sogar nach Sibirien ziehen – aber das wäre auch das Einzige, was mich hier wegbringen könnte.

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