[Alt-Text]

Hautpflege Unsere zarte Schale

Rosig, ebenmäßig und strahlend: So lieben wir unsere Haut. Damit sie schön bleibt, sollten wir sie besser kennenlernen.
Was für ein raffiniertes Kunstwerk unsere Haut doch ist: hauchzart, millimeterdünn und trotzdem so stark und robust, dass sie unseren Organismus genial schützt. Ohne Atempause, rund um die Uhr arbeitet sie dafür an ihrem naturgegebenen Auftrag. In jeder Sekunde ersetzt sie unermüdlich ihre unzähligen Bausteine, um Milliarden von Zellen zu reparieren, um Schäden am Erbgut vor der Zellteilung auszubessern oder zu stark geschädigte Zellen auszusortieren, damit falsche Kodierungen nicht weitergegeben werden. Sie regeneriert sich pausenlos, um rosig, und abwehrstark – also gesund – zu bleiben, damit sie sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen und Eindringlinge fernhalten kann – und ganz nebenbei kommuniziert sie auch noch, teilt anderen unsere Gefühle mit, z. B. durch Erröten, wenn wir peinlich berührt oder einfach ärgerlich sind.
 
Die Haut befindet sich in einem permanenten Fließgleichgewicht, nichts ist statisch. Ständig wird abgebaut, aufgebaut und erneuert. Leider laufen diese Prozesse – je älter wir werden – langsamer und auch nicht mehr so perfekt ab, hier und da wird mal ein Baustein „vergessen“, dort ein Fehler „übersehen“. Strapazen unseres Lebensstils-Stress, UV-Strahlen und mangelnder Schlaf – überfordern ihre Reparaturkräfte. Schließlich beginnt sich die Haut äußerlich erkennbar zu verändern: Nach und nach verliert sie ihre pralle Frische, Leuchtkraft und gleichmäßige Farbe. Dafür tauchen unregelmäßige Pigmentierungen auf, hier und da sind Rötungen erkennbar. Die Haut wirkt müder, fühlt sich trockener an, reagiert irritiert. Da sich die biologischen Vorgänge verändert haben, hat sie jetzt auch andere Bedürfnisse.
 

Jede Haut ist unterschiedlich

Wirksame kosmetische Formeln liefern heute exakt jene Bausteine, die den natürlichen Vorgängen bzw. dem Bedarf der Hautzellen entsprechen: hautidentische Lipide, die sich in den Schutzmantel integrieren, und Antioxidantien, die Entzündungen hemmen. Doch der Bedarf an aktiven Wirk- und Pflegestoffen kann individuell verschieden sein. Um die Haut und ihre Reaktion auf kosmetische Substanzen zu ver-stehen, muss man wissen: Sowohl die Kapazitäten der Substanzen in den Zellen, die Zusammensetzung des Hydrolipidfilms wie auch die Pigmentierung werden genetisch programmiert – sie werden vererbt.
 
Gene bestimmen den grundsätzlichen Hauttyp von jedem Menschen und die Veranlagung zu Hautproblemen. Die Bestandteile sind zwar bei allen Menschen gleich, aber die Menge und die Konzentration der jeweiligen Bausteine variieren. So erklärt sich u. a. auch die unterschiedliche Wirkung von kosmetischen Rezepturen auf „anscheinend“ gleiche Bedürfnisse. Warum die Creme, auf die Ihre Kollegin so gegen Fältchen schwört, bei Ihnen nur halb so gut wirkt, kann also natürliche biologische Gründe haben. Und auch, warum ein Produkt nach einiger Zeit der Anwendung kaum noch wirkt: Haut gewöhnt sich an die gelieferten Stoffe, sie baut sie in ihre biologischen Vorgänge ein.
Etwa alle zwei, drei Monate ist es sinnvoll, die Pflege zu wechseln, empfehlen Experten. Denn natürlich ist unser Hautzustand (nicht zu verwechseln mit Hauttyp) nicht statisch, sondern verändert sich – durch Klimawechsel, Hormonveränderungen, Nahrungsumstellung etc. Deshalb ist es so klug, den aktuellen Zustand der Haut zu kennen, um ihr die optimale und verdiente Hilfe zu liefern.
Schlagworte:
Autor:
Susanne Opalka