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Naturkosmetik Die Schönheitskräfte der Rose

Auch wenn die Rosen im Garten längst verblüht sind, genießen können wir sie das ganze Jahr: ihren betörenden Duft in Cremes und Tonics ebenso wie das kostbare Rosenöl, das unsere Haut samtweich macht.
Rosen

Um die schöne Rose ranken sich viele Legenden. So soll schon der römische Kaiser Nero seine Gäste im Bade erfreut haben, indem er rote Rosen auf sie regnen ließ. Und Kleopatra hat mit der Blume aller Blumen ihre Liebhaber verführt, indem sie ihnen Teppiche aus den Blüten bereiten ließ. Bereits im Mittelalter wurde die sogenannte Apothekerrose in vielen Klostergärten als Heilpflanze kultiviert, um mit ihr Entzündungen, Hauterkrankungen und Menstruationsbeschwerden zu behandeln. Erst später entdeckte man ihre Schönheitskräfte (z. B. Pflegelinie „Essentielles“ von Vichy**). 

Info

Pflegeprodukte mit Wildrosenöl gibt es sowohl in der Naturkosmetik als auch in der klassischen Kosmetik, z. B. von Weleda, Lavera, Kneipp, Guhl

 

Rosen können (fast) alles
In Rosen sollen mehr als 400 Ingredienzien stecken wie beispielsweise glättendes Geraniumöl, antibakteriell wirkendes Farnesol, Apfel- und Bernsteinsäure, doch längst nicht alle sind bis heute erforscht. „Ihr Wirkstoff-Cocktail ist regenerierend, feuchtigkeitsbindend, beruhigend und ausgleichend, aber auch stimulierend“, erklärt Sabine Kübler, Leiterin des Rosenmuseums in Bad Nauheim (rosenmuseum.com). Und die Blütenblätter sind reich an wertvollen Wachsen. Vor allem die Extrakte der „Schwarzen Rose“, die in Wirklichkeit tiefrot ist, sollen die Abwehr der Haut stärken und sie vor freien Radikalen schützen, auf dass sie lange taufrisch bleibt (z. B. „Hydra Life“ von Dior).

Es gibt mehr als 30 000 Rosenarten, aber nur knapp zehn, die für die Beauty- Industrie geeignet sind – wie die hundertblättrige „Rose centifolia“ (z. B. in der „Rosewater“-Serie von Crabtree & Evelyn*) oder die dreißigblättrige Damaszener Rose (z. B. im „Körperbalsam Rose“ von Dr. Hauschka, in der „Ligne Splendide“ von Annick Goutal*). „Die Rosen unterscheiden sich im Ölgehalt. Besonders viel enthält die Damaszener Rose, die in Bulgarien, Marokko oder der Türkei angebaut wird“, so Sabine Kübler. „Um ein Kilo Rosenöl zu gewinnen, benötigt man 4000 bis 5000 Kilo Blüten. Entsprechend teuer ist es: Das Kilo kostet etwa 8000 Euro und mehr.“ Die Blüten werden vor Sonnenaufgang geerntet und am selben Tag destilliert, d. h. mit Wasser erhitzt. Der Dampf löst die Duftmoleküle, das ätherische Öl setzt sich an der Oberfläche ab.