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Hautpflege Pflege-Tipps für sensible Haut

Sensible Haut verhält sich wie eine kleine Diva. Man darf ihr nicht zu nahe kommen, sonst reagiert sie leicht gereizt. Hier erhalten Sie die besten Tipps und Tricks, wie Sie sie wieder in den Griff bekommen.

Stress, ungesunder Lebensstil, hormonelle Umstellungen machen sensibler Haut zu schaffen. Aber auch UV-Strahlen, Kälte, Wind und trockene Heizungsluft setzen ihr zu. „All das kann die hauchdünne Barriereschicht schädigen, die eine Art Schutzwall bildet. Ist sie gestört, wird sie durchlässiger für Reizstoffe, Bakterien und Keime“, erklärt der Berliner Allergologe Dr. Martin Miehe vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen.

Laut einer Studie der Universität Hamburg gaben 44 Prozent der Frauen an, unter empfindlicher Haut zu leiden. Tendenz steigend. „Zum einen haben wir sehr viel mehr ältere Menschen mit trockener, feuchtigkeitsarmer Haut, die naturgemäß empfindlicher ist“, erläutert der Dermatologe. „Zum anderen gibt es immer mehr junge Menschen mit erhöhtem Allergierisiko, da die Widerstandsfähigkeit der Haut infolge der verbesserten hygienischen Bedingungen gesunken ist. Und zum Dritten sind die Menschen aufmerksamer als früher: Sie registrieren jedes Kribbeln und Spannen. Da klagen dann Patienten über Missempfindungen, die objektiv nicht feststellbar sind“, so der Experte.

Tatsache ist, dass wir heutzutage mit sehr viel mehr allergieauslösenden Substanzen in Kontakt kommen als früher. „Die Leute haben 10 bis 20 verschiedene Tiegel und Töpfe im Bad und experimentieren gern durcheinander“, weiß Dr. Miehe aus Erfahrung. Was Sie tun können, damit empfindliche Haut wieder zur Ruhe kommt, lesen Sie hier.

 

Den Pflege-Overkill vermeiden
Viele Hautreaktionen haben nichts mit einer Allergie auf einen bestimmten Wirkstoff zu tun, sondern gehen auf das Konto von Überpflege bzw. falscher Pflege.

Zu viel des Guten. Auch unreine, ölige Haut kann sensibel reagieren. Wer sie obendrein mit fettreichen Produkten (z.B. Wasser-in-Öl-Emulsionen) traktiert, kann dadurch eine „Kosmetik-Akne“ (Schwellungen, Quaddeln) oder eine „Periorale Dermatitis“ (Pickelchen und Rötungen rund um den Mund) auslösen.

Zu reizend. Manche Reinigungsmittel oder stark alkoholhaltige Lotions können den Schutzmantel der sensiblen Haut angreifen und austrocknend wirken.

Zu viele verschiedene Wirkstoffe. Bei einer Pflegeserie sind die Wirkstoffe aufeinander abgestimmt und vertragen sich untereinander. Kombiniert man Produkte verschiedener Linien oder gar unterschiedlicher Hersteller, sind Irritationen möglich. Häufig zeigen sie sich als Erstes an der extrem dünnen Haut unterhalb des Unterlids.

 

Minimalismus im Tiegel
„Weniger ist mehr“ lautet die Devise vieler Firmen. Sie beschränken sich bei ihren Produkten für sensible Haut auf ein Minimum an Wirkstoffen und verzichten auf alles, was bekanntermaßen reizen kann: Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Emulgatoren. Heute kommen viele Zweiphasenprodukte ohne Emulgatoren aus: Um Öl- und Wasserphase zu verbinden, muss man sie schütteln. Wie ein natürlicher Emulgator wirken Betulin aus der Birkenrinde (z.B. „Creme Pur“ von Imlan, 50 ml ca. 12 Euro) und Phospholipide (z.B. „Nature med Sensitive“ von Sans Soucis, 30 ml ca. 30 Euro). Außerdem machen luftdicht verschlossene Verpackungen (z.B. Pumpspender, Tuben) es möglich, ohne Konservierungs- und Farbstoffe auszukommen.

 

Duftstoffe – nicht alle reizen
Auf Duftstoffe reagieren zwar nur ein bis drei Prozent der Deutschen allergisch, aber die Folgen sind stark – vom Juckreiz bis zu schweren Kontaktekzemen. Deshalb sind heute 26 Duftstoffe (synthetische und natürliche) aufgrund ihres hohen Allergiepotenzials deklarationspflichtig. Vorausgesetzt, sie sind in einer höheren Konzentration als 0,001 Prozent in Cremes enthalten; für ausspülbare Produkte wie Shampoos liegt die Grenze bei 0,01 Prozent.

Die INCI-Liste (Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe), die auf der Rückseite bzw. Verpackung eines Produkts aufgedruckt sein muss, gibt Aufschluss darüber (Infos: www.evz.de und Suchwort „Duftstoffe“ eingeben). „Es gibt aber auch Duftstoffe, die keine allergische Reaktion auslösen und von sensibler Haut vertragen werden. Dazu gehören manche ätherische Öle, die obendrein antibakteriell wirken“, erläutert der Allergologe Professor Torsten Zuberbier vom Allergie-Centrum der Berliner Charité. „Ob etwas reizt oder nicht, hängt oft auch von der Gesamtrezeptur und der Duftstoffkonzentration ab. So sind manche Duftstoffe unproblematisch, wenn ihr Anteil unter einem bestimmten Schwellenwert liegt.“ Ideal für alle, die sich am Eigengeruch parfumfreier Produkte stören, sind allergikerfreundliche Cremes, die das ECARF-Siegel von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung tragen und geringe Duftkonzentrationen enthalten (z.B. „Dr. Caspari Hormoderm“ von Diadermine, 50 ml ca. 10 Euro).

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