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Haarfarbe Nur natürliche Töne

Reine Pflanzenfarben können jetzt viel mehr: Sie wirken wie ein schützender Pflegemantel, glätten und lassen unser Haar in natürlichem Blond, Rot, Sand und Dunkelbraun glänzen. So wird es nicht nur schön, sondern bleibt gesund.
Lust auf Veränderung, die ersten „Grauen“ und Sand bis Dunkelbraun – stets mit vertuschen oder einfach dem für unsere Breitengrade typischen „Straßenköterblond“ mehr Ausstrahlung verleihen: Jede zweite deutsche Frau verändert ihre Haarfarbe regelmäßig – im Friseursalon oder zu Hause. Wer empfindlich auf chemische Inhaltsstoffe reagiert oder auf nachhaltigen Lebensstil Wert legt, greift dafür auf natürliche Haarfarben zurück. Besonders angenehm verhalten sich rein vegane Farben. Deren Pigmente werden meist aus den Blättern des Hennastrauchs, der Indigopflanze, aus Nussschalen, Gewürzen wie Kurkuma oder auch der Rinde von Jatropha (immergrüne Pflanze aus Indien) gewonnen. Sie legt sich wie ein schützender Pflegemantel um das Haar und glättet dessen Struktur, während sie es – je nach Produkt in einer halben bis zu zwei Stunden Einwirkzeit – färbt.
 
Möglich sind natürliche Nuancen von Blond bis Rot einem beeindruckend gesunden Glanz. Einziger Nachteil: Der große Sprung bis hin zu Platinblond funktioniert nicht. „Unsere neueste Entwicklung sind vier Blondnuancen, die hellem oder grauem Haar frische Reflexe, mehr Wärme oder einen goldenen Touch geben. Stark aufhellen können wir mit unschädlichen Pflanzenstoffen nicht“, sagt Heinrich Jacob, Geschäsführer von Khadi Naturprodukte.
 
Auf die Pflege kommt es an
 
So gelingen die schönsten Farben
Verantwortlich für Intensität und ein gleichmäßiges Farbergebnis sind die Ausgangsfarbe und die Struktur der Haare: Poröses oder feines Haar nimmt mehr Farbe auf als gesundes, kräftiges mit intakter Oberfläche. Wichtig: Vor dem Färben das Haar mit Anti-Schuppen-Shampoo (z.B. „Weizen Schuppen-Shampoo“ von Weleda) oder einem Peeling-Shampoo von Rückständen befreien, damit es die Pigmente gut auf- nehmen kann. Die Paste mit einem Pinsel strähnenweise vom Ansatz bis in die Längen auftragen. Dann eine Duschhaube aufsetzen, damit sich darunter Wärme entwickelt. Wer mag, wickelt ein Handtuch drüber – je wärmer, desto intensiver das Ergebnis.
 
Nach der Einwirkzeit mit lauwarmem Wasser ohne (!) Shampoo auswaschen – für die nächsten 24 Stunden bleiben Pflege- und Stylingprodukte tabu. Etwas Haaröl, das vor dem ersten Waschen in Haare und Kopfhaut massiert wird, fixiert die neue Nuance zusätzlich. Experten-Trick von Heinrich Jacob von Khadi: „Außerdem erhält die Pflanzenhaarfarbe mehr Intensität und Haltbarkeit, wenn sie mit sehr starkem schwarzem Tee oder Kaffee und einer Prise Salz angerührt wird.“
Da sich die neue Farbe noch bis zu 48 Stunden lang verändern kann: Bei Unzufriedenheit nicht sofort nachlegen, sondern zunächst abwarten, wie sich der neue Ton auf dem Haar entwickelt.

 

Wie bei jeder anderen Haarfarbe hängt die Haltbarkeit der Leuchtkraft ( maximal etwa 24 Haarwäschen) von den persönlichen Pflege- und Stylinggewohnheiten ab sowie davon, wie sich die Farbe mit dem Haar verbindet. „Eine Pflanzenfarbe kann ebenso lange halten wie eine chemische“, sagt Marc Booten, Bio-Friseur aus Düsseldorf. In seinem Salon kreiert er aus Henna, Indigo, Kaffee, Sandelholz und anderen Zutaten die perfekte Nuance für jede einzelne seiner Kundinnen. Booten ist besonders stolz auf den pflegenden Nebeneffekt seiner Farben: „Die Gräser, Blüten und Pulver, die ich ausschließlich mit heißem Wasser mische, wirken sich regenerierend auf die Kopfhaut aus und befreien diese von Schuppen und Fett. Die enthaltenen pflanzlichen Gerbstoffe können sogar Haarausfall mindern.“
 
Marc Bootens Extraservice: Jede Kundin darf ihre persönliche Haarfarbe in Pulverform mit nach Hause nehmen – und den leichten Ansatz, der nach ein bis zwei Monaten sichtbar wird, in Heimarbeit wieder verschwinden lassen. Auch das ist ein Vorteil von Naturhaarfarben, wie Claudia Düwel, Produktmanagerin bei Logona Naturkosmetik, bestätigt: „Der Kontrast zwischen nachwachsendem und koloriertem Haar fällt bei natürlichen Farben deutlich dezenter aus als bei chemischen.“ Ein wesentlicher Grund dafür: Pigmente aus Pflanzenfarben addieren sich zu den natürlichen haareigenen Pigmenten und ersetzen sie nicht, wie es bei den konventionellen Farben passiert. Deshalb fühlt sich natürlich gefärbtes Haar meist auch kräiger und gesünder an – und sieht auch so aus. Wer seinem sehr trockenen Haar noch eine Extraportion Naturglanzpflege gönnen will, mischt die Farbpaste mit einem Klacks Joghurt oder Honig.
 
Und ob wirklich ausschließlich Natur drin ist, wo Natur draufsteht, hat „Öko-Test“ genau geprüft. Damit sich Kundinnen auf zertifizierte Produkte im Einzelhandel verlassen können. Da aber jede Substanz eine Reaktion des Körpers auslösen kann, tragen Allergiker bei einem bisher nie verwendeten Produkt eine kleine Menge an einer unauffälligen Stelle des Körpers auf und lassen es 48 Stunden lang wirken. In der Wartezeit eine Teststrähne sammeln, um problemlos Einwirkzeit und Ergebnis auszuprobieren: Einfach Haare aus der Bürste nehmen und in eine Miniportion der angerührten Farbe legen.
 
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Autor:
Susanne Opalka