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Neuer Trend: Öko-Make-up

Lippenstifte, Rouge, Mascara: Schminkprodukte aus dem Naturkosmetikregal liegen im Trend

Nanu, ein Rouge mit Bio-Siegel von Esprit! Wie passt denn das zu einer Modemarke, die sonst so gar nichts mit Öko zu tun hat? „Ganz einfach, Bio gehört zum modernen Leben nun mal dazu“, sagt Make-up-Artist Sasha Hughes von Esprit Cosmetics. Was in der Pflege schon länger Trend ist, schwappt jetzt auch in den dekorativen Bereich rüber. Dabei gab es die ersten „grünen“ Schminkprodukte schon Ende der 80er Jahre, und zwar von Logona. „Anfangs sind wir damit aber nicht nur auf Begeisterung gestoßen“, sagt Pressesprecherin Silke Fliess, „für viele Bio-Fans kam es damals nicht in Frage, ihre natürliche Ausstrahlung zu vertuschen. Schönheit sollte allein von innen kommen. Inzwischen sieht man Make-up aber auch hier als Accessoire, das den eigenen Typ unterstreicht.“

Öko-Make-up geht unter die Haut

Dieser ganzheitliche Ansatz ist auch Grund für den auffällig hohen Pflegeanteil in Bio-Schminke, der sie von konventionellem Make-up unterscheidet. Sogar in Lidschatten oder Rouge, die ja bloß punktuell aufgetragen werden, stecken jede Menge Pflanzenöle, damit auch die Haut profitiert. Silikon und Paraffin sind tabu. Um Lippenstiften Festigkeit zu verleihen, setzen Naturkosmetikhersteller auf pflanzliches Candelilla- und Carnaubawachs. Statt Nylonpulver, das Puder, Lidschatten und Rouge von herkömmlichen Anbietern federleicht macht, wird oft Seide unter die Talkumbasis gemischt. Akazienharz bildet in Mascara einen fixierenden Film.

Edelsteine und Karmin für den guten Ton

Und was ist mit mit der Farbe? Die besteht in Bio- Make-up vor allem aus pulverisierten Edelsteinen, Tee, Eisenoxid und Mineralien wie glitzerndem Mica. Für ein leuchtendes Rot sorgt allerdings meist Karmin, das aus Schildläusen gewonnen wird. Sie erkennen es in der Zutatenliste an dem Kürzel „CI 75470“. Da es Frauen gibt, die diesen Farbstoff ablehnen, kennzeichnen einige Firmen ihre karminfreien Produkte. Es gibt aber auch schon veganes Make-up, das mit Roter Bete färbt.

Autor:
Kerstin Brockmann