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Stoffe Hautpflege Neue Richtlinien für Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten

Alles muss raus! Das gilt nicht nur beim Schlussverkauf, sondern immer öfter auch für Kosmetik, die jetzt ohne Paraffin, Parabene oder Ammoniak auskommt. Wodurch werden sie ersetzt? Und: Sind die Neuen wirklich besser?

Ohne! Das ist das Schlagwort der aktuellen Kosmetiksaison. Während man früher Cremes und Shampoos vor allem danach aussuchte, was an Wirkstoffen drin war, ist die Liste der Zutaten, die nicht im Produkt stecken, heute oft genauso lang. Doch was sind überhaupt Polyethylenglykole, Parabene oder Aluminiumsalze, auf die neuerdings so oft verzichtet wird? Ist diese Entwicklung eine sinnvolle Kurskorrektur oder nur eine Modewelle?  

Auslöser des Trends ist vor allem der Naturkosmetik-Boom

 

Fest steht, dass alle Stoffe, die ausgemustert werden, eins gemeinsam haben: Sie klingen ganz schön chemisch. Und genau darin liegt schon der erste Grund für ihr Verschwinden, denn in Naturkosmetik sind exakt dieselben Zutaten tabu. Rund 600 Millionen Euro gaben die Deutschen allein im Jahr 2008 für Bio-Beauty aus. In Parfümerien legte der Verkauf um satte 20 Prozent zu. Konventionelle Kosmetikhersteller, die da mithalten möchten, müssen sich ein Stück weit anpassen. „Dass synthetisch hergestellte Inhaltsstoffe immer öfter aus der Rezeptur genommen werden, passiert vor allem auf Druck der Verbraucher“, bestätigt Dr. Scarlet Sustmann, wissenschaftliche Beraterin bei der Apothekenmarke Eubos. „Dabei sind viele der umstrittenen Stoffe aus wissenschaftlicher Sicht sicher, auch wenn sie abgelehnt werden.“

Bei konventioneller Kosmetik gilt deshalb jetzt: Weniger ist mehr

 

Ein weiterer Faktor, der die große Austauschwelle angefacht hat, ist die Zunahme von Allergien – für die wiederum ein Teil der ausrangierten Zutaten verantwortlich gemacht wird. In Pflegeprodukten für sensible Haut macht der Trend also Sinn, auch wenn er in diesem Segment nicht ganz neu ist. Aber warum nimmt ein Hersteller wie L’Oréal Ammoniak aus seinen Haartönungen? Heißt das, dass die Zutaten generell schlecht sind? VITAL hat mit Produktentwicklern und Forschern über mögliche Problemstoffe und ihre Alternativen gesprochen.

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Autor:
Kerstin Brockmann