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Schwitzen Frisch und frei

Kaum ein Beauty-Produkt ist im Sommer so wichtig wie das richtige Deodorant. Dabei können wir mit unserem Lebensstil viel beeinflussen.
Das richtige Deo finden
Vor allem in den Sommermonaten ein selbstverständlicher Akt, ebenso gewohnt und unverzichtbar wie das Zähneputzen: duschen, abtrocknen und zum Deo greifen. Eine Beiersdorf-Studie mit 8 250 Frauen aus elf Ländern bestätigte dies: Drei Viertel der Befragten wappnen sich jeden Morgen gegen unerwünschte Schweißerlebnisse; die Hälfte der Frauen outete sich sogar als Intensiv-Nutzer – sie greifen mindestens zweimal täglich zu Stick, Roller oder Spray. Und das ist mitnichten eine neuzeitliche Gewohnheit aus unserer auf Idealkörper fixierten Gesellschaft.
 

Deo ist keine neue Erfindung

Bereits in der Antike kamen Parfumöle zum Einsatz, um den Körpergeruch zu tarnen. Und schon 3000 vor Christus verwendeten die Ägypter ein Salzgemisch aus Kalium und Aluminiumsulfat zur Verbesserung des Körperduftklimas. Das erste „richtige“ Deodorant wurde dann im Jahr 1888 entwickelt – eine wachsartige Creme aus antibakteriell wirkendem Zinkoxid. „Mum“ – wie der Doktor aus Philadelphia seine Erfindung nannte – sorgt bis heute nicht nur in Achselhöhlen, sondern auch an Fußsohlen für angenehme Geruchsumstände. 1952 wurde „Mum“ erneut zum Vorreiter auf dem Deo-Markt: Inspiriert von der gerade entwickelten Technik des Kugelschreibers, entstand das erste Roll-on-Produkt. Inzwischen können wir aus den unterschiedlichsten Rezepturen und Formen wählen, es gibt Stick, Spray, Creme, Puder, Roll-on, Kristall, Tücher etc., die auf die individuellen Bedürfnisse eingehen.
 
Warum schwitzen wir eigentlich? Zunächst ist die Schweißbildung eine lebenswichtige Funktion zur körpereigenen Temperaturregelung: Wie eine Klimaanlage schützen über zwei Millionen Schweißdrüsen den Körper vor Überhitzung, indem sie „Kühlflüssigkeit“ an die Haut abgeben. Das Kühlsystem, über das im Normalfall täglich zwischen einem halben und einem Liter, in hitzigen Situationen bis zu sechs Liter Schweiß abgegeben werden, hat gleichzeitig eine entgiftende Wirkung: Mit der Flüssigkeit werden Abfallprodukte des Stoffwechsels entsorgt. Abbaureste von Alkohol, Arzneimitteln und anderen Substanzen, die der Körper nicht verarbeiten und nicht z. B. über die Niere loswerden kann, finden so ihren Weg nach draußen. Aufgrund seines pH-Wertes bildet Schweiß außerdem einen wichtigen Baustein der schützenden Hautbarriere: Im sauren Milieu können sich schädliche Keime weder vermehren noch haben sie so eine Chance, in den Körper einzudringen. Dabei ist der Schweiß zunächst geruchlos. Und wer schon einmal ein Baby im Arm gehalten hat, weiß, wie wohlriechend es schwitzt ...
 
 
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Autor:
Susanne Opalka