[Alt-Text]

Haarpflege Haare färben: Bio oder klassisch?

Eine andere Nuance probieren, den Naturton beleben, erstes Grau kaschieren: Die neuen Colorationen sind angeblich so sanft zum Haar wie nie. Stimmt das?

rothaarige-frau

Ein Morgen wie jeder andere, denkt Elfriede Wohlfahrt, als sie sich um 6.30 Uhr aus ihrer Bettdecke wickelt. Bis sie zum ersten Mal in den Spiegel sieht: Ihre Haare sind plötzlich quietschgrün statt grau – Elfriede traut sich kaum aus dem Haus. Obwohl es sich nur um die Figur aus einer Kurzgeschichte handelt, kann jede Frau die Achterbahn der Gefühle, die Elfriede durchlebt, nachvollziehen. Der Autor von „Die grasgrünen Haare“, Dr. Ronald Henss, arbeitet hauptberuflich als Psychologe und weiß: „Haarfarbe und weibliche Selbstwahrnehmung hängen eng zusammen. Genau darin liegt auch der Reiz des Färbens, denn unsere Haare sind der einzige Körperteil, den wir höchst effektiv und trotzdem recht unproblematisch unserem eigenen Geschmack anpassen können.“

Einer Umfrage des Beauty-Herstellers Schwarzkopf zufolge verändern drei Viertel der deutschen Frauen die Farbe, indem sie tönen, färben oder mit Strähnchen Highlights setzen. Gleichzeitig gaben 95 Prozent der Befragten an, dass sie sich schonendere Färbemittel mit möglichst wenig Chemie wünschen. Deshalb kommen immer mehr Colorationen auf den Markt, die ohne Ammoniak funktionieren oder sich dank Pflegezutaten sogar für strapaziertes Haar eignen sollen. Sind diese Produkte wirklich so sanft? Was können Bio-Haarfarben? Oder erweisen sich Produkte, die Naturfarbstoffe mit chemischen Helfern mischen, als beste Wahl? 

Was ist was?

Colorationen erkennen Sie daran, dass zwei Komponenten gemischt werden müssen. Ein alkalisches Mittel, meist Ammoniak, öffnet die Schuppenschicht des Haares, sodass Farbvorstufen und Wasserstoffperoxid, das die eigenen Pigmente zerstört, ins Innere geschleust werden können. Dort reagieren sie miteinander zu einer neuen, dauerhaften Farbe. Ideal für drastische Farbwechsel und um Grau abzudecken.

Tönungen kommen fix und fertig aus der Tube. Sie enthalten Farbpartikel, die sich außen am Haarschaft anlagern und Ihren Naturton durchschimmern lassen. Der Effekt übersteht sechs bis neun Wäschen. Um graue Haare zu kaschieren, reichen Tönungen selten aus, dafür schädigen sie das Haar aber weniger, und es wird kein Ansatz sichtbar.

Intensivtönungen sind eine Mischung aus Tönung und Coloration. Sie enthalten zwar Wasserstoffperoxid, aber nur so wenig, dass sich die Naturfarbe kaum verändern lässt. Daher wird später nur ein leichter Ansatz sichtbar. Die Pigmente dringen nur minimal ins Haarinnere ein, in erster Linie ummanteln sie das Haar. Nach circa 20 Wäschen sind sie verblasst. Die Restfarbe wächst raus.

Lesen Sie auch auf fuersie.de was Experten zum Haare färben raten.

1 2 3