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Schönes volles Haar

Therapie gegen Haarausfall

Termindruck, PC-Arbeit ohne Ende: Das kann zu Haarausfall führen. Eine neue Therapie lässt die Haare aber schnell wieder sprießen.

Haarausfall

Die Geheimratsecken schleichen sich in die Frisur. Auch die lichten Stellen an Scheitel und Wirbel. Was auf den ersten Blick ein typisches Männerproblem scheint, haben auch schon fünf Millionen deutsche Frauen: Spannungshaarausfall (Alopecia Contentionalis) – ausgelöst durch Stress und Muskelverspannungen. Bislang war er nicht so leicht zu besiegen, doch eine neue Therapie kann sich mit ihren Erfolgen sehen lassen. Dr. Hans Bucher, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Nürnberg, erklärt die Methode.

VITAL: Was ist Spannungshaarausfall überhaupt genau?
DR. HANS BUCHER: Diese Spezialform tritt als Folge von Stress und Anspannung der Kopfhaut im oberen Schädelbereich auf. Die Kopfhaut spannt sich stärker über den knöchernen Schädel, die feinen Blutgefäße unter ihr werden zusammengepresst. Dadurch erhalten die Haarwurzeln im oberen Schädelbereich, die von diesen Blutgefäßen versorgt werden, weniger Blut und Sauerstoff. Sinkt die Sauerstoffversorgung unter eine bestimmte Schwelle, lagert sich bei einer erblichen Empfindlichkeit das Hormon Dihydrotestosteron, kurz DHT, an bestimmte Zellrezeptoren an. Die Haarwurzeln verhornen und schrumpfen. Die Wachstumsphasen der Haare in diesem Schädelbereich verkürzen sich. Nach einigen Zyklen können die Wurzeln keine gesunden Haare mehr produzieren, sie fallen aus. Und zwar genau in den betroffenen Regionen.

Passiert das nur bei Gestressten?
Stress ist der Hauptauslöser. Aber auch starke psychische Anspannung oder Konzentration, z.B. bei häufiger Bildschirmarbeit, spielt eine Rolle. Immer dann wird die obere Kopfhautmuskulatur stark angespannt. Häufig leiden die Betroffenen auch unter Nackenverspannungen, Spannungskopfschmerzen oder nächtlichem Zähne knirschen. Ein Teil von ihnen ist fehlsichtig und neigt deshalb zu Kopfhautverspannungen.

Beeinflussen auch hormonelle Umbrüche, z.B. die Wechseljahre, diese Vorgänge?
Ja, die Wechseljahre haben einen gravierenden Einfluss auf den Spannungshaarausfall. Mit dem Östrogenspiegel sinkt die Konzentration bestimmter Eiweißstoffe, die das Hormon DHT binden. Deshalb klagen sogar Frauen, die zuvor keine Probleme damit hatten, in den Wechseljahren plötzlich so oft über Haarausfall.

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