Drogerieprodukt oder Luxuscreme?

Woran erkennt man, ob die Pflege ihr Geld wert ist?

Krisenstimmung im Bad: Die gab’s bis jetzt höchstens mal, wenn uns der gute Parfümflakon ins Waschbecken gefallen ist. Seit die Weltwirtschaft aber baden geht, kann sie einen auch schon beim Blick ins leere Beauty-Täschchen packen. „Trotzdem sparen nur 16 Prozent der deutschen Frauen beim Kosmetikkauf“, sagt Martin Ruppmann, Geschäftsführer des VKE-Kosmetikverbands in Berlin.

Wir kaufen nicht weniger, aber anders

Jede zweite deutsche Frau gibt allerdings auch an, seit der Wirtschaftskrise genauer hinzusehen, was sie für ihr Geld bekommt. Anders als zur „Geiz ist geil“-Phase nach der Euro- Umstellung, während der nur noch Hauptsache, billig!“ galt, wird heute gleichzeitig auf Qualität geachtet. Das zeigt sich z. B. an Slogans wie dem Syoss, der genau an diesem Bedürfnis ansetzt: „Professionelle Haarpflege, die man sich leisten kann!“ Friseursalon- Feeling zum Drogeriepreis also.

Dieses veränderte Kaufverhalten sorgt für Bewegung im Beauty-Markt. Während 65 Prozent der Kosmetikfirmen im ersten Halbjahr 2009 Einbußen hatten, konnten immerhin 30 Prozent Zuwächse verzeichnen. Zu den Gewinnern gehören vor allem etablierte Marken wie Kneipp. „ unseren Bädern ist der Umsatz um 28 Prozent gestiegen“, bestätigt Pressesprecherin Angela Kreipl. „Wir vermuten, dass wir durch den Mix von natürlichen Inhaltsstoffen und medizinischem Know-how punkten konnten.“ Am wenigsten sparen deutsche Frauen übrigens an Pflegeprodukten fürs Gesicht – denn das ist ihnen lieb und teuer. Lohnt es sich eigentlich, dafür ein paar Euro mehr hinzublättern? Welche Faktoren bestimmen überhaupt den Preis einer Creme?

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Autor:
Kerstin Brockmann