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Schönheit Was Beauty-Rituale verraten

Das Bad voller Tuben und Tiegel – da fühlen wir uns schöner, selbstsicherer und sogar ein bisschen beschützt. Vital fragte eine Psychologin und eine Dermatologin, was Beauty-Rituale über uns verraten.

Lippenstift

„Heute braun, morgen blond. Oder tagsüber glattes Haar und abends lockig – ich habe dauernd Lust, meine Frisur zu verwandeln“ 

Glückwunsch zu so viel Kreativität! „Die Haare sind ein spannendes Experimentierfeld, um sich zu verändern. Mit ihnen kann man auch rauer umgehen als mit der Haut, bei der wir uns eher vor irreparablen Schäden fürchten“, sagt die Psychologin Kirsten Juchem vom Kölner Marktforschungsinstitut rheingold salon. Trotzdem: Es muss ja nicht immer gleich der radikale Farbwechsel oder ständiges Umstylen mit Lockenstab oder Glätteisen sein.
„Chemische Substanzen und Hitze greifen die Haarstruktur nun mal an. Haar kann sich nicht selbst regenerieren“, gibt Dr. Claudia Pettke-Rank zu bedenken, Dermatologin am Cutaris-Zentrum für Haut- und Lasermedizin in München. Sie empfiehlt sanftere Colorationen ohne Ammoniak.
Ebenfalls schonender sind Strähnchen oder auswaschbare Tönungen. Superwichtig bei häufigen Färbe- und Hitzeattacken: aufbauende Repair-Pflege, die das Haar geschmeidig hält, und Stylingprodukte mit Hitzeschutz. Aber auch bereits kleine Varianten, z. B. Pony tragen, den Scheitel wechseln und verschiedene Hochsteckfrisuren, können schnelle Verwandlungen bewirken, damit wir morgens am Konferenztisch nicht genauso aussehen wie abends in der Bar

„Ich will gut riechen und parfümiere mich ausgiebig. Mein Mann hat aber langsam die Nase voll“ 

Ein häufiges Phänomen: Die Nase blendet den eigenen Geruch nach wenigen Minuten aus. „Menschen gewöhnen sich rasch an ihr Parfüm, andere nehmen es viel intensiver wahr“, bestätigt die Dermatologin Dr. Pettke-Rank. Deshalb nebeln manche unabsichtlich die gesamte Büroetage mit der eigenen Duftmarke ein.
Wird das Einsprühen zwanghaft, ist das ein Fall von „Neutralisierungswut“: Jemand versucht alles, um den eigenen Körpergeruch zu kaschieren. „Wir eifern dem Ideal eines Körpers nach, der möglichst keine Spuren von Anstrengung oder Alter zeigen und auf keinen Fall nach Schweiß riechen darf“, sagt die Psychologin Kirsten Juchem.
Die Dermatologin empfiehlt: Regelmäßig den Duft wechseln – das schult den eigenen Geruchssinn. Auf dezenter dosierte Body-Sprays oder die Lotion des Lieblingsparfüms zurückgreifen.

Wimpern tuschen

„Ohne Lippenstift gehe ich nie aus dem Haus – auch wenn ich nur zum Mülleimer oder zum Bäcker um die Ecke will“  

Filmstars machen das genauso. Doch der große Unterschied zu den Hollywood-Beautys: Uns „Normalos“ wird sicher kein Paparazzo auflauern, um uns ungeschminkt abzulichten. Den Lippenstift-„Süchtigen“ kann es also nicht allein um die Außenwirkung gehen – schon gar nicht jenen, die sogar Lippenstift tragen, wenn sie allein zu Hause sind.
Die Psychologin Kirsten Juchem vermutet als Hintergrund eine Sehnsucht nach Authentizität. Das Ich-Gefühl stellt sich eben nicht in dem Moment ein, in dem wir morgens ungeschminkt in den Spiegel schauen, sondern erst, „sobald wir Blässe und Augenringe kaschiert haben und ein dezentes Make-up tragen“. Tricksen wir uns auf diese Art unser Selbstbild zurecht? „Absolut. Nichts ist schwieriger, als natürlich auszusehen, denn Natürlichkeit heißt nicht Ungeschminktsein.“ Erst mit unserer Weichzeichner-Version fühlen wir uns wohl. Und Farbe auf den Lippen verschönert am schnellsten. Also ein harmloser Tick.
Das sieht auch die Dermatologin Dr. Pettke-Rank so: „Gegen einen schön geschminkten Mund ist nichts einzuwenden. Zumal deckende Lippenstifte auch vor UV-Strahlen schützen.“

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Autor:
Monika Dittombée