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Anti-Aging Natürlich schöner

Pflanzen als Vorbild: Der Dermatologe Prof. Volker Steinkraus erklärt, was in der Anti-Aging-Pflege wirklich zählt.
Frau steht lachend am Baum in einem Kleid
vital: Herr Professor Steinkraus, warum sind natürliche Inhaltsstoffe in der Kosmetik so sinnvoll?
Prof. Steinkraus: Die Evolution hat gezeigt, dass die Natur sich selbst am besten schützt und regeneriert. Pflanzen bilden Stoffe, die sie vor Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Kälte, Trockenheit abschirmen. Diese Phänomene nehmen wir zum Vorbild.
 
Das Ganze nennt man Biomimikry.
Ja, wir bemächtigen uns sozusagen der Vorgänge und Wirkweisen für unsere Haut – zum Beispiel, um jenen natürlichen Prozess zu aktivieren, der den Körper vor Stress schützt. Sprechen menschliche Hautzellen denn besser auf natürliche Stoffe an? Davon bin ich überzeugt. Wir geben der Zelle damit eine optimale Umgebung aus Elementen, die auch in ihrem natürlichen Umfeld vorkommen.
 
Welche pflanzlichen Quellen sind fürs Anti-Aging besonders spannend?
Melisse, Hafer, Blaubeeren, Bestandteile der Kakaobohne und vor allem Macadamianüsse. Ihr Öl ist besonders wertvoll. Da wird es in Zukunft sicher noch einige Neuentwicklungen geben.
 
Also je natürlicher, desto besser?
Prinzipiell ja. Wichtig ist aber auch die Qualitätskontrolle: So muss hundertprozentig gewährleistet sein, dass keine Pestizide in den natürlichen Quellen vorkommen. Da unterliegen chemisch hergestellte Produkte viel strengeren Kontrollen.
 
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit gezielten Maßnahmen gegen die Hautalterung anzufangen?
Früher habe ich es anders gesehen, aber heute sage ich: mit Ende 20 beginnen, sozusagen als Präventionskonzept.
 
Was ist neben äußerer Pflege noch wichtig, wenn es um Anti-Aging geht?
Schlaf! Wenn wir schlafen, läuft ein anderes genetisches Programm in unseren Zellen ab, als wenn wir wach sind. Einige Reparaturprozesse können nur bei ausreichend Schlaf ablaufen. Oft wird von „inflammatorischen Vorgängen“ als Hauptgrund für frühzeitige Hautalterung gesprochen. Damit sind entzündliche Vorgänge gemeint. Dabei muss zwischen Entzündungen und Infektionen unterschieden werden. Entzündungen verursachen zum Beispiel die Rosacea.
 
Was passiert da in der Haut?
Vereinfacht dargestellt: Die weißen Blutzellen sind die Polizisten in unserem Blut, im Mark. Sie patrouillieren und schießen mit scharfer Munition auf die Verursacher der Entzündung. Entzündungszellen entstehen. Wenn nun in der Haut ein Reiz besteht, werden Entzündungszellen in die Haut geschickt, wo sie nicht hingehören.
 
Wodurch wird dieser Reiz ausgelöst?
Das wissen wir noch nicht. 
 
Kann Kosmetik dagegen helfen?
Entzündungshemmende Wirkstoffe sind in jedem Fall gut.