[Alt-Text]

Beauty 40 Jahre Kosmetik

Von Kollagen und Body-Shop bis Nanotech: die Revolution im Cremetopf! In vier Jahrzehnten haben Beauty-Forscher vieles entdeckt, was unsere Haut verschönt.

kosmetik Geschichte

Apollo 11 landete vor 40 Jahren auf dem Mond. Der Raum unter unserer Haut dagegen war zu dieser Zeit noch ein völlig unbekanntes Universum. In den 60er Jahren sammelten Kosmetikforscher erste kleinste Wissensbrocken über Struktur und Funktion unserer äußeren Hülle. Nur Marika Rökk lächelte aus den ersten Farbfernsehern, als wüsste sie schon mehr: im Tanzkleid auf einer Bühne, das Bein überhüfthoch schwingend. Alles zum Wohle einer Creme – „Hormocenta“. Sie enthielt, was der Name versprach – Hormone aus der Plazenta –, und das war sensationell. Denn vorher herrschte Purismus im Tiegel: Fett und Wasser.

70er

Bei den ersten Wirkstoffen ging es tierisch los.

Mit Kollagen vom Schwein und Rind, Hyaluronsäure aus Hahnenkämmen und Rinderaugen. Neu entwickelte Instrumente zur Messung der Hautstruktur begleiteten sie auf dem Weg unter die Haut und bescheinigten besonders dem Kollagen ungeheuren Tiefgang. Zum Beweis wurden die Hoffnungsträger radioaktiv markiert und die Erfolgsmeldungen überschlugen sich: Nach dem Auftragen der Creme leuchtete die Haut bis in die untersten Schichten.

Das sollte zeigen, dass das Kollagen wirkte. Leider stellte sich einige Jahre später heraus, dass nur die radioaktive Markierung gewandert war. Die Moleküle des Kollagens waren viel zu groß, um die Hautoberfläche zu überwinden. Aber das war in den 70ern kein Thema. Allein der Glaube an den Fortschritt zählte.

Natur-Fans setzten schon damals auf die Pflanzenpflege von Weleda, Hildegard Braukmann und Dr. Hauschka, die fern der Masse in einer kleinen Nische blühte. Unübersehbar waren die Bestellbögen von Yves Rocher, die vielen Zeitschriften beilagen und einen wahren Pröbchen-Boom auslösten. Im Sommer trieb der Wettbewerb „Wer ist die Braunste am ganzen Strand“ alle in die Grillposition. Die Vokabel „vorzeitige Hautalterung“ war noch kein Spaßverderber. Delial und Piz Buin lieferten neben Schutzfaktor 2, 4, 6 den Duft des Sommers.

1 2 3
Schlagworte:
Autor:
Carolin Lockstein, Susanne Faust