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Energie Beauty Was wir von Asien lernen

Ebenmäßig, fein, glatt und rein, und das so lange wie möglich – nicht nur für Asiatinnen der Inbegriff schöner vitaler Haut. Lustvoll und bewusst genießen sie dafür die Pflege täglicher Rituale voll edler Energie.
Asiatin lacht mit schöner Haut
Kosmetik und Körperpflege sind in keinem Land der Erde so selbstverständlich wie in Japan. Bereits achtjährige Mädchen lernen in der Schule, wie man sich pflegt, werden in den unterschiedlichsten Reinigungs- und Baderitualen unterrichtet. Die Pflege der Haut gehört untrennbar zur Kultur und erfährt eine enorme Wertschätzung. Während in der westlichen Hemisphäre Wissen- schaftler immer wieder mit aufwendigen Studien nachweisen müssen, dass lustvolles Schwelgen in sahnigen Cremes und duftenden Ölen u.a. einen Anstieg der körperlichen Abwehrkräfte bewirkt, vertrauen Japanerinnen und Koreanerinnen darauf ganz intuitiv: Beauty ist Gesundheit und umgekehrt. Eine unumstößliche Wahrheit, die in Asien so selbstverständlich ist wie Atmen. Mit Achtsamkeit und bewusster Konzentration auf die alltäglichen Rituale – eine der fernöstlichen Grundhaltungen, die dem Buddhismus entstammen – wird auch aus jedem Pflegeschritt eine kleine Zeremonie.
 

ZEIT NEHMEN

Trotz Zeitnot, Termindruck, extremer Anforderungen in Schule, Studium und Berufbeziehungsweise gerade deswegen– begegnen Koreanerinnen, Japanerinnen und zunehmend wieder die Chinesinnen der ständigen Reizüberflutung und daraus entstehendem Stress mit bewussten Auszeiten. Sie drücken die Stopptaste, nehmen sich Zeit. Täglich. Für sich, ihre Haut, ihren Körper, ihr Haar. 
Gesichtsmassage
Eine Creme „einfach so” auftragen? Das würde Asiatinnen nie einfallen! Sie verbinden damit gleich eine kleine Massage, um die Energiepunkte im Gesicht zu aktivieren. Falls auch Sie Ihre Pflege wohl- tuend erweitern möchten: mit Zeige- und Mittelfingern in kleinen Kreisen unter leichtem Druck erst von der Stirnmitte zu den Schläfen streichen; dann von der Nasenspitze zur -wurzel, dort leicht drücken, von den Nasenflügeln die Wangenknochen entlang bis zu den Schläfen, um den Mund herum in Richtung Wangenknochen. Entlang der Augenbrauenbögen von innen nach außen leicht pulsierend drücken. Zum Abschluss mit der Außenseite der Hände vom Kinn bis zu den Ohren streichen.
Wie klug und wichtig das ist, haben Wissenschaftler der Kosmetikfirma Shiseido mit konkreten Zahlen nachgewiesen: Unser Gehirn sendet unter Stress derart negative Signale, dass die Barrierefunktion der Haut um 20 Prozent nachlässt. Dabei reichen ein paar Minuten täglich, um dem Hamsterrad zu entwischen. Sie müssen ja nicht gleich wie die Japanerinnen Ihre Wimpern mit 100 Bürstchenstrichen pflegen.
 

RITUAL DER KLARHEIT

Asiatinnen gönnen sich täglich ein intensives Reinigungsritual – durchschnittlich vier Produkte mehr als bei uns stehen bei ihnen allein dafür im Bad. Sie wissen, die Reinigung ist Voraussetzung für die Wirksamkeit jeder folgenden Pflege. Die Doppelstrategie aus Vor- und Tiefenreinigung sehen sie als selbstverständlich an, um sowohl fett- als auch wasserlöslichen Schmutz zu entfernen. Aber auch, um Hautfette, -talg und -schüppchen zu regulieren und den pH-Wert der Haut zu erhalten. Dafür wird zuerst Balm oder eine Milch sanft mit den Fingerspitzen aufgetragen, in kreisenden Bewegungen einmassiert und mit einem Schwamm oder Tuch, das in lauwarmem Wasser getränkt wurde, sanft abgenommen. Danach folgt das gleiche Spiel mit Schaum oder Gel. Besonders vorsichtig sind dabei die Koreanerinnen: niemals den empfindlichen Teint zerren und ziehen. Sie schwören aufs „Splashing“ zum Abspülen! Bedeutet: viel lauwarmes Wasser mit den Handflächen ins Gesicht schaufeln. Danach wird Gesichtswasser – je nach Hautbedürfnis – zum Beruhigen, Klären oder Ausgleichen aufgetupft.
 
Von exzessivem Peeling übrigens, wie es vor allem Amerikanerinnen betreiben, hält man weder in Seoul noch Tokio etwas. Asiatinnen glauben fest daran, dass die Barrierefunktion der empfindlichen Haut darunter leidet und die Haut zu viel Feuchtigkeit verliert. In Shanghai, Peking und Xi’an allerdings kommt wöchentlich ein traditionelles Peeling aus feinstem Granulat von Muschelschalen zum Einsatz. Vermischt mit Sesamöl, wird dieses Perlenpulver seit der Kaiserzeit zur Glättung und Straffung angewandt.

 

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