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Hochzeit Ja, ich will - Gründe für die Eheschließung

Der Bund fürs Leben ist längst kein Muss mehr. Paare, die heute heiraten, tun das bewusst und weil sie fest an ihre Liebe glauben. Oder gibt es noch andere Faktoren, die uns zur Hochzeit bewegen? Wir haben acht „Ja-Sager“ dazu befragt.
Hochzeitspaar

Hand aufs Herz: Würden Sie auf ein Pferd wetten, das jedes dritte Rennen verliert? Oder in einer Firma anfangen, die Ihnen höchstwahrscheinlich nach fünf bis sechs Jahren betriebsbedingt kündigt? Sicher nicht. Umso erstaunlicher, dass auch 2014 in Deutschland wieder fast 400.000 Paare geheiratet haben, wie das Statistische Bundesamt gezählt hat. Obwohl circa jede zweite Ehe – meistens nach fünf bis sechs Jahren – geschieden wird. Jede vierte Braut und jeder vierte Bräutigam war sogar „Wiederholungstäter“. Und: Die Zahl der „Eheschließungen je 1000 Einwohner/-innen“, wie es im Statistikerdeutsch heißt, bleibt seit Jahren unverändert.

Der Glaube an die Liebe

Brautpaar vor Kirche
Wir glauben an die Ehe und die ewige Liebe – allen Unkenrufen zum Trotz. Wie empfänglich wir dafür sind, zeigt sich am besten, wenn wieder mal eine royale Hochzeit ansteht. Victoria und Daniel, Kate und William oder Stéphanie und Guillaume – jedes königliche Jawort wird von Millionen Fernsehzuschauern verfolgt. Natürlich sind wir neugierig, wollen wissen, wer das Brautkleid entworfen hat und wie innig der Kuss auf dem Palastbalkon ausfällt. Aber insgeheim träumen wir uns auch selbst ein bisschen in dieses Hochzeitsmärchen hinein… Kaum ein Lebensereignis ist so symbolträchtig und ritualisiert: Ringtausch, Treueschwur, Blumenkinder, erster Ehekuss, Brautstrauß werfen, Hochzeitsnacht, sogar wer beim Anschneiden der Torte das Messer führt, ist wichtig.

Die Erwartungen runterschrauben

„Viele Paare überfrachten die Hochzeit mit zu hohen Erwartungen. Sie sehen die Ehe als i-Tüpfelchen, nach dem Motto: Jetzt krönen wir unsere Beziehung mit dem Ja“, sagt die Münchener Psychologin Dr. Katharina Bublath. Doch wer die Messlatte so hoch legt, kann eigentlich nur enttäuscht werden. Deshalb hat Bublath gemeinsam mit ihrer Kollegin Bettina Bergau „zamm“ entwickelt, ein Beratungskonzept, das spielerisch unterstützende Erkenntnisse aus der Familien- und Beziehungsforschung vermitteln will (www.zammbleiben.de). „Uns fiel auf, dass es zu wenig Prävention, zu wenig Hilfestellung für Paare gibt“, sagt Bublath. „Es ist wichtig zu wissen, dass es normal ist, nach zwei Jahren keine Schmetterlinge mehr im Bauch zu haben.“ Die rosa-rote Brille macht der alltagsgrauen Platz. Erst dann zeigt sich, wie belastbar eine Beziehung wirklich ist.

 

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Autor:
Claudia Steiner