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Schmuddelwetter Nostalgie hält warm

Was wir denken, beeinflusst unseren Temperatur-Sinn - und umgekehrt

Frau im Regen

Ist uns kalt, werden wir wehmütig. Soll uns gar nicht erst kalt werden, hilft es, in Erinnerungen zu schwelgen. Was manche instinktiv versuchen, wenn S-Bahn oder Bus bei eisigem Wind auf sich warten lassen, konnte Xinyue Zhou, Psychologin an der Sun-Yat-sen-Universität in Guangzhou/China, nun wissenschaftlich nachweisen. Mit britischen und niederländischen Kollegen startete sie fünf Studien. Die zeigen: Je kühler ein Zimmer oder die Wetter lage, umso stärker verfallen Versuchspersonen nostalgischen Gedanken. Nützlicher für den Alltag ist aber der Umkehrschluss: Löst z.B. ein Foto oder ein Lied sentimentale Erinnerungen aus, schätzen wir die Umgebungstemperatur bis zu vier Grad höher ein. Ohne Wehmut an einen Heizkörper zu denken, hilft vielleicht auch, wurde aber von Zhou erstens nicht untersucht - und gefällt uns zweitens nicht so gut.