[Alt-Text]

Buch-Tipps Urlaubs-Lektüre

Die Sommerferien rücken immer näher. Höchste Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, welche Büche wir dieses Jahr in den Urlaub mitnehmen. Kolumnistin Verena Carl hilft bei der Auswahl.

Frau am Pool

Verena Carl unterscheidet in ihrer aktuellen Vital-Kolumne "Gute Seiten, schlechte Seiten" zwei verschiedene Arten von (Urlaubs-)lektüre: "Manche Texte ähneln Vollkornbrot: dicht gepackt, sodass ich gründlich kauen muss, und so nahrhaft, dass ich nach zwei Seiten genug habe für den ganzen Abend. Andere lassen sich wegknabbern wie fluffig-leichte Baguettscheiben." Und damit auch Sie von allem etwas probieren können, verrät uns unsere Autorin ihre ganz persönlichen Buch-Tipps für den Sommer.

Vollkornbrot:

Katrin Seddig: Eheroman (Rowohlt Berlin, 19,95 Euro, erschienen 2012):
Die junge Hamburger Autorin ist für mich eine der spannendsten Entdeckungen der letzten Jahre. In ihrem Geschichten passiert eigentlich nichts, aber wie Katrin Seddig in ihrem unverwechselbar originellen Sound die Loser und die Gewinner, die unberechenbaren Wechselfälle des Lebens und der Liebe schildert, das ist die absolute Ausnahme in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Zeruya Shalev: „Mann und Frau“
Zeruya Shalev: „Mann und Frau“ (als TB im Berlin Verlag, 10,90 Euro, erstmals erschienen 2002):
Kaum jemand hat ein besseres Gespür für die sensible Maschinerie, die Paare antreibt, zusammen- und auseinanderbringt wie die israelische Erfolgsautorin. In ihrem zweiten Roman „Mann und Frau“ hat die Meisterschaft ihren Höhepunkt – noch lesenswerter als ihr aktueller („Für den Rest des Lebens“)

Herta Müller: Atemschaukel (als TB bei Fischer, 9,99 Euro, erstmals erschienen 2008):
Mit ungeheurer poetischer Wucht erzählt die deutschsprachige Nobelpreisträgerin die Leidensgeschichte eines Lagerhäftlings im Rumänien der Nachkriegszeit. Ein eindrucksvolles Beispiel, wie man dem Grauen der Realität die Schönheit der Sprache entgegenhält – hier lohnt es sich, jeden Satz mehrmals zu lesen.

Baguette:

Jennifer Egan: Der größere Teil der Welt
Jennifer Egan: Der größere Teil der Welt (Schöffling,, 22,95 Euro, erschienen 2012):
Rock’n Roll in Buchform! In den lose verwobenen Episoden geht es um den Aufstieg und Fall der Musikindustrie, Liebe und Verrat, New York vor dem Internet-Zeitalter und sogar eine leicht futuristische Version eines Amerika in zwanzig Jahren. Eine Buch wie eine Lieblings-CD, zum Immer- und Immer-wieder-lesen.

Friedrich Ani: Süden (Droemer, 19,99 Euro, erschienen 2011):
Der perfekte Krimi für Krimi-Verweigerer. Normalerweise finde ich Mordaufklärung irgend etwas zwischen langweilig und ekelhaft, die Sprache der meisten Autoren strotzt vor Klischees – aber Friedrich Anis einzelgängerischer Detektiv mit Alkoholproblem und emotionalen Altlasten folgt man gerne einmal quer durch Deutschland.

Frank Schulz: Onno Viets und der Irre vom Kiez (Galliani Berlin, 19,99 Euro, erschienen 2012):
Zugegeben – man sollte vielleicht schon mal für eine Zeit in Hamburg gelebt haben und die norddeutsche Mundart einigermaßen beherrschen, damit sich der Reiz dieser völlig durchgeknallten Mischung aus Krimi, Romanze, Selbstfindungsliteratur und Sprachexperiment erschließt. Für mich als Wahl-Hamburgerin der größte Lesespaß des Jahres bisher.


Und welche Bücher packen Sie in Ihren Koffer? Wir freuen uns über Ihre Lesetipps auf www.facebook.com/vital.de

Schlagworte: