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Neue Verfahren im Überblick Strahlentherapie

Röntgenbilder in Schwarz-Weiß? Schnee von gestern. Strahlenmediziner können den Körper heute in Echtzeit bis ins kleinste Blutgefäß beobachten. Gestochen scharf. Und so gleichzeitig Krankheiten früher entdecken und behandeln.

Strahlentherapie

Am 22. Dezember 2010 ist es genau 115 Jahre her. An diesem Tag durchleuchtete Wilhelm Conrad Röntgen das erste Mal die rechte Hand seiner Frau mit den „X-Strahlen“, die er kurz zuvor, am 8. November 1895, entdeckt hatte. Seitdem tragen sie seinen Namen. Ist eine so alte Technik nicht längst ausgereift und ausgereizt? Weit gefehlt!

In kaum einem Fach der Medizin herrscht derzeit eine solche Aufbruchstimmung wie in der Radiologie. Vorhandene Techniken wie das Röntgen werden immer genauer, neue Verfahren wie die Magnet-Partikel-Bildgebung kommen dazu – und liefern tiefste Einblicke in unseren Körper. Immer früher können Mediziner Krankheiten erkennen, noch schonender und gezielter werden sie geheilt. „Die Zukunft liegt in der Verknüpfung von Diagnose und Therapie“, sagt Professor Wolfgang Schlegel vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Und die hat bereits begonnen.

Die Diagnose: Hochaufgelöste Live-Aufnahmen vom Blutfluss und vom pumpenden Herzen

Röntgens Entdeckung war revolutionär. Doch sie hat ihre Tücken: Auch das geschulteste Auge erkennt auf einem traditionellen Röntgenbild nicht die genaue Größe und Struktur einer Veränderung im Körper, z. B. eines Tumors. Anders beim neuen Phasen-Kontrast-Röntgen: Dabei wird nicht nur gemessen, wie viel Strahlung ein Gewebe schluckt, sondern auch erfasst, wie es die Wellen verändert, aus denen die Strahlung besteht. Genutzt wird derselbe Effekt, der Luftblasen im Wasser sichtbar macht.

Das Ergebnis: Was vorher eher grau und schwammig aussah, wird scharf und kontrastreich.

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