[Alt-Text]

Spontaneität Jetzt ist gut

Sie wollen nicht lange überlegen: fünf Frauen über die ungeahnten Möglichkeiten, spontan zu handeln und dem Moment zu vertrauen.
Efrat Alony, 39, Jazzsängerin
„Albert Einstein sagte: ,Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.‘ Doch beim Improvisieren im Jazz schaffen wir es, uns selbst zu überraschen, obwohl wir immer wieder das Gleiche tun: harmonisch oder melodisch von Punkt A zu Punkt B zu ,spazieren‘ – auf immer neuen Wegen. Es verwundert mich noch oft, welche unbekannten Melodien und Geschichten, welche neuen Klänge und Bögen sich dabei zeigen. Unerwartet. Das ist spannend. Man weiß nie, wo der Weg enden wird. Als würde man eine geheime Bibliothek besitzen, in der man immer wieder neue zauberhae Antworten findet.“
 
Prof. Dr. Veronika Brandstäer-Morawietz, 51, Zivilcourage-Forscherin
„Viele sind davon überzeugt, dass sie spontan einschreiten würden, wenn jemand durch üble Nachrede, respektlose Behandlung oder gar körperliche Angriffe in seiner Würde verletzt wird. Und doch sehen wir in solchen Fällen häufig tatenlos zu. Zu reagieren, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, erfordert eine gute Situationswahrnehmung. Und ein Gespür dafür, welche Verhaltensweise angemessen ist. Zivilcourage-Trainings können helfen, diese Unsicherheiten zu bewältigen.“
Katharina Butting handelt von nun an spontan im Leben

Katharina Butting

 
Manuela Wedel, 34, Brandinspektorin
„Wir bei der Feuerwehr werden immer wieder mit dramatischen Schicksalen konfrontiert. Notfallsituationen können sich auch nach unserer Ankunft am Einsatzort noch jederzeit verändern. Während meiner Ausbildung und in den vergangenen Jahren im Einsatzdienst habe ich zwar verschiedene Handlungsstrategien gelernt. Dennoch muss einem Spontaneität für diesen Beruf sicher ein Stück weit im Blut liegen.“
 
Katharina Buing, 47, Kreativitäts-Coach und Leiterin des Trainingsinstituts „Steife Brise“
„Für mich ist Spontaneität die Bejahung des Lebens und anderer Menschen. Sie macht frei, die Zwänge, in denen jeder lebt, aktiv zu gestalten. Für mich und meine Arbeit nutze ich sie als Methode. Ich begleite damit Unternehmen im Umgang mit Veränderungen, und in öffentlichen Kursen lehre ich Spontaneität für jeden Lebensmoment.“
 
Antonia Rados, 60, RTL-Chefreporterin
„Vor einigen Jahren war ich in Bagdad mit zwei Leibwächtern unterwegs, ehemaligen Mitgliedern britischer Spezialeinheiten. Untergebracht waren wir in einem gut abgesicherten Privathaus. Als wir zum Filmen rausfuhren, ereignete sich eine Reihe von Anschlägen. Ständig änderten sie die Fahrtroute, ans Drehen war nicht mehr zu denken. Sicherheit hatte gewonnen, Spontaneität verloren. Einige Tage später traf ich im Hotel Palestine eine dänische Reporterin. Sie erzählte mir, dass ihre Sicherheitsmaßnahme die übliche Reporter-Mischung sei: Erfahrung und Bauchgefühl. Daraufhin nahm ich im Hotel zwei Zimmer für den Kameramann und mich. Die Leibwächter wollten lieber nicht bleiben. Ohne sie folgten für uns nicht immer ungefährliche, aber spontane Drehtage. Unvergleichlich interessanter als die davor.“ Ihre neue Reportage: „Meine Schwester, meine Feindin“, 23.3., 23.20 Uhr, RTL
Antonia Rados handelt spontan im Leben

Antonia Rados

 
Prof. Dr. Veronika Brandstäer-Morawietz, 51, Zivilcourage-Forscherin
„Viele sind davon überzeugt, dass sie spontan einschreiten würden, wenn jemand durch üble Nachrede, respektlose Behandlung oder gar körperliche Angriffe in seiner Würde verletzt wird. Und doch sehen wir in solchen Fällen häufig tatenlos zu. Zu reagieren, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, erfordert eine gute Situationswahrnehmung. Und ein Gespür dafür, welche Verhaltensweise angemessen ist. Zivilcourage-Trainings können helfen, diese Unsicherheiten zu bewältigen.“
 

 

Schlagworte: