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Schneecamp in den Alpen

Märchenhafte Winterlandschaften ganz pur erleben – das wünschte sich VITAL-Redakteurin Monika Dittombée und meldete sich zu einem Schneecamp in den Alpen an, inklusive Übernachten im Zelt. Ein heißkaltes Abenteuer…

Husky - Schlittenhunde

Von Winterromantik habe ich eine ziemlich konkrete Vorstellung: tanzende Schneeflocken, tropfende Eiszapfen, Puderzuckerbäume. Ein kleiner Spaziergang, der rosige Frische auf den Teint zaubert, während ein Becher Glühwein die klammen Handschuh-Finger wärmt. Und die Krönung: ein heißes Vollbad mit duftenden Schaumbergen am Ende eines frostigen Tages.

DER VITAL-REISEPLANER

Ankommen: zum Beispiel mit TUIFly ab Berlin-Tegel, Hamburg, Köln/Bonn nach Memmingen/Allgäu, ab 29 Euro pro Strecke und Person (inkl. Steuern und Gebühren). Schneecamp: Aufstieg, Aufbau, 1 Übernachtung im Zelt oder Iglu mit Guide und Husky-Team: pro Person 195 Euro (max. 16 Personen), inklusive Zelt, Survival-Equipment und Verpflegung. Schlafsäcke und Schneeschuhe sind gegen Gebühr ausleihbar. Zusätzlich buchbar: Schnupperkurse im Snowbiken, Nordic Cruising oder Schneeschuhwandern in Oberjoch, ab 45 Euro. Termine: 14./15. 2.2009, 21./22. 2.2009 und 4./5. 4.2009. Anbieter: Allgäu Natours, Keselstr. 1 a, 87435 Kempten, Tel. 08 31/5 23 27 58, www.allnatours.de


„Stirnlampe“, „Schneeschaufel“ und „eine halbe Rolle Toilettenpapier“ gehörten bisher definitiv nicht ins Repertoire meiner Fantasien. Genau diese Dinge stehen nun aber auf der Ausrüstungsliste für das „Wintercamp mit Schlittenhunden“. Das lässt schon ahnen, dass dieses Wochenende kein Spaziergang wird. Eher ganz das Gegenteil: ein etwas anderes Wellness Programm für verwöhnte Großstadtseelen wie mich, die sich dennoch gern auf etwas Neues einlassen und ihre Grenzen austesten wollen: Wie viel Natur hält man eigentlich aus? Wie wenig Komfort darf es sein? „Wer richtig in den Winter eintauchen will, muss ein Schneecamp mitgemacht haben. Mehr Natur geht nicht“, hat Norbert Schehle gesagt, der diese Camps für all jene veranstaltet, die nicht unbedingt nach Lappland reisen wollen, um sich wie ein Polarforscher zu fühlen. Höhepunkt der Expedition im Allgäu: die Übernachtung im Zelt oder im Iglu auf 2000 Meter Höhe. Donnerwetter – wenn das nichts ist, worauf man hinterher ein wenig stolz sein darf!

Doch der Gipfel muss erst mal erobert werden. Morgens steht unsere Gruppe am Fuße des Ifen im Kleinwalsertal – alle zwischen 19 und 59 Jahren, vom blutigen Schneecamp-Anfänger bis zu den Grönlanderprobten Guides. Wir haben die Wahl: gleich bergauf stapfen oder ein Stück mit dem Sessellift abkürzen. Fotografin Andrea und ich entscheiden uns für die sanfte Lift- Variante, während die Guides mit Tourenski bergauf fahren. Was mir zunächst Rätsel aufgibt. Bergauf mit Ski? Aber, klar, das sind Schneemenschen, geboren und aufgewachsen in den Bergen – andere Wesen eben! Wir dagegen schaukeln über Baumspitzen, sehen weiße Gipfel, tiefe Täler, in der Ferne die Silhouette eines Skifahrers. Ja, diese Bilder passen in meine „Heidi“-Träume. Ach, die Berge! Sollte man sie nicht viel öfter erobern? Die Fahrt ist schnell vorbei. An der Mittelstation treffen wir die Guides wieder, die uns in die Schneeschuh-Technik einweisen. Kinderleicht: überstreifen, festschnallen, im Entengang losstapfen. Geschwindigkeitsrekorde wird man sicher nicht brechen, aber darum geht es auch nicht. Wir wollen uns ja langsam mit dem Berg anfreunden, frische Winterluft atmen, entschleunigen.

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Autor:
Monika Dittombée