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Entscheidungen Die Qual der Wahl

Ob eine Wahl gut oder schlecht war, merken wir leider immer erst hinterher. Das ist aber kein Grund, allzu lange zu zögern. Denn an den Kreuzungen des Lebens können wir jede Menge tun, um den Weg zu finden, mit dem wir uns dann auch wohlfühlen.

Die Qual der Wahl

Rausziehen aufs Land? Oder lieber in der Stadt bleiben? Und dazu vielleicht ein Schrebergarten? Die Vielfalt der Möglichkeiten stellt uns vor die Qual der Wahl. Und die wächst ständig. Weil wir kaum noch an traditionelle Rollenmuster gebunden sind, die vorschreiben, was frau tut und was nicht. Wir dürfen wählen. Aber: Wir müssen eben auch wählen! Und das fällt uns umso schwerer, je gewichtiger die Entscheidung scheint. Denn ich könnte ja das Falsche tun. Und das wäre fatal.

Klar, die meisten Entscheidungen kann man revidieren, kann sich scheiden lassen oder die Eigentumswohnung wieder verkaufen. Aber dann muss man sich eingestehen: Ich bin irgendwie vom Kurs abgekommen. Das fühlt sich manchmal wie eine Niederlage an. Schließlich wollte man erfolgreich durchs Leben düsen, ein Ziel nach dem anderen erreichen und abhaken. Anhalten und nachdenken kostet Zeit. Fast noch schlimmer: Ich muss diesen Richtungswechsel auch noch vor der Familie und den Freunden rechtfertigen. Das kratzt am Ego. Also doch lieber wie gewohnt weitermarschieren und in der Komfortzone bleiben? Immerhin kann ich so den Abschiedsschmerz vermeiden. Zumindest fürs Erste.

Allen, die an einer Weggabelung stehen, empfiehlt die amerikanische Business-Expertin und Autorin Suzy Welch drei Fragen: Welche Folgen hat meine Entscheidung für mich in zehn Minuten? In zehn Monaten? Und in zehn Jahren? Das eröffnet neue Perspektiven, statt immer nur um Ja oder Nein zu kreisen. Schon in ein paar Wochen sind die ersten Reaktionen der Freunde auf meine Entscheidung vergessen („Bist du verrückt? Was wollt ihr denn mit einem so teuren Boot?“). Und ein Jahrzehnt später sind wir uns selbst dankbar für den Mut zur halbjährigen Weltumseglung oder das Engagement, mit dem wir uns mit 39 noch mal in eine Ausbildung gestürzt haben. Nicht vergessen: Ihr Leben soll Ihnen gefallen.