[Alt-Text]

Inneres Energie-Quartett Kraftquellen der Seele

Psychische Schieflagen erlebt jeder anders. Aber etwas eint sie: Wir schlittern hinein, weil unser inneres Energie-Quartett aus der Balance gerät, so die Hamburger coaches Ruth-Esther Geiger und Frederike Matheis. Diese Übungen helfen die vier Wurzeln unseres Wohlfühlglücks jeden Tag im Blick zu behalten.
Frau Entspannung

1. Persönlichkeit

Beschleicht Sie häufiger das Gefühl, bloß noch zu funktionieren, nicht mehr selbst-, sondern fremdbestimmt zu handeln? Höchste Zeit, sich dieser ersten Kraftquelle ntensiv(er) zu widmen! „Wir können oft nicht die Rahmenbedingungen direkt verändern, aber unsere Haltung dazu“, erklärt Friederike Matheis. Das gelingt auf zwei Arten: 1. Den äußeren Anforderungen mit mehr innerer Ruhe und Präsenz begegnen. 2. Für positiven Ausgleich sorgen, indem wie (wieder) Dinge tun, die uns wichtig sind, bei denen wir uns selbst spüren.

Zur Ruhe kommen: Gönnen Sie sich jeden Tag 5-15 Minuten Zeit an einem ruhigen Ort. Schließen Sie die Augen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung. Lassen Sie sich von störenden Gedanken nicht ablenken. Nehmen Sie Dinge so an, wie sie eben sind. Bewerten Sie nichts. Genießen Sie den wohlwollenden Abstand zu sich selbst. Daraus erwächst innere Gelassenheit. Stress-Symptome lassen nach, das Kopf-Kino hört auf zu flimmern. Jetzt kann der nächste Termin kommen!

Sich selbst spüren: Was ist Ihnen wirklich wichtig? Wann gehen Sie ganz auf in dem, was Sie tun? Antworten darauf zu finden fällt leichter, wenn Sie sich bewusst machen, welche übergeordneten Werte (z. B. Genuss, Fürsorglichkeit, Unabhängigkeit, Umweltschutz, Gerechtigkeit) Sie motivieren und sinnvoll finden. Listen Sie alle Werte auf, die Ihnen am Herzen liegen. Überlegen Sie danach, welche Werte Ihnen zwar viel bedeuten, in Ihrem Alltag aber spürbar zu selten eine wichtige Rolle spielen. Formulieren Sie nun für zwei Werte jeweils ein konkretes Ziel (siehe Seite 87), wie Sie sie von nun an besser „pflegen“ wollen.

 

2. Körper

Dass unser seelisches und körperliches Befinden unmittelbar zusammenhängt bestreitet heute niemand mehr. Aber:"Wir setzen Gesundheit als selbstverständlich voraus", warnt Ruth-Esther Geiger. "Beuten wir unseren Körper jedoch ohne positive Aufmerksamkeit aus, tritt er in Streik." Sich um seinen Körper liebevoll(er) zu kümmern heißt vor allem: gesünder essen, sich öfter bewegen und gut schlafen. Stressen so hohe Ansprüche nicht noch mehr? Geiger: „Nein, wenn Sie kleine Dinge tun.

Besser Essen: Unser Gehirn verbraucht mehr als ein Fünftel unseres täglichen Energiebedarfs. Mit Traubenzucker ist es daher nicht getan. Um aufmerksam und gegen Stress gewappnet zu bleiben, eignen sich langkettige Kohlenhydrate (z. B. Vollkornbrot, Gemüse, Obst) am besten. Omega-3-Fettsäuren (z.B. Seefisch, Nüsse) und Eiweiße (z. B. Hülsenfrüchte) sorgen dafür, dass es zwischen Nervenzellen fixer „funkt“. Ruth-Esther Geiger: „Fragen Sie sich: Wie kann ich gesundes Essen zu einem Vergnügen machen?"

Stress weklopfen: Etwa 2 cm unterhalb der Schlüsselbeine liegt auf beiden Körperseiten ein Punkt, der besonders sensibel auf die sogenannte Meridian-Klopftechnik reagiert. So geht’s: Fassen Sie den Stressauslöser in einem klaren Satz zusammen, z. B.: „Ich ärgere mich über meinen Kollegen Peter.“ Sprechen Sie diesen Satz laut aus, während Sie mit 2–3 Fingern rechts oder links auf den beschriebenen Punkt sanft klopfen. Achten Sie innerlich darauf, ob sich Ihr Gefühl ändert, und formulieren Sie Ihren Satz entsprechend um ("Ich bin traurig, weil ich nichts erwidert habe"). Klopfen und verändern Sie Ihren Satz so lange weiter, bis der Stress sich aufgelöst hat.

 

3. Beruf

Grenzen setzen: In Zeiten permanenter Erreichbarkeit verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr. Unsere Seele braucht sie mehr denn je. Also: Schalten Sie Ihr Mobiltelefon aus, wenn Sie abends zu Hause sind. Leiten Sie keine Büro-Mails auf den Familien-Computer oder Ihr privates Handy um. Ab und zu Überstunden zu machen, ist okay. Doch wenn daraus ein Dauerzustand wird, dürfen Sie (zu) späte Arbeitsaufträge auch mal ablehnen. Und rufen Sie im Urlaub nicht Ihre Vertretung an, um zu fragen, ob alles gut läuft.

Anerkennung finden: Betrachten Sie Ihre berufliche Situation. Können Sie all Ihre Stärken und Kompetenzen zum Einsatz bringen? Und bekommen Sie dafür die Anerkennung – auch finanziell-, die Sie sich wünschen? Wenn nicht: Wie könnte das gelingen? Was könnten Sie selbst konkret dafür tun? Nur selten finden wir in unserem Beruf all das, wofür wir stehen wollen. Immer mehr Menschen treten deshalb in ihrem ersten Beruf etwas kürzer, um Zeit für einen zweiten oder ein Ehrenamt zu haben, wo sie sich noch anders einbringen können. Wie fänden Sie das?"

 

4. Beziehungen

Unsere Seele will geliebt und gemocht werden, mit an-deren Menschen „verbunden“ sein (nicht nur über Facebook). „Ein gesundes Privat- und Familienleben ist ein wertvoller Nährboden, um z. B. Belastungen im Beruf standzuhalten“, erklärt Ruth-Esther Geiger. „Doch dieser Lebensbereich wird sehr vernachlässigt, meistens zugunsten des Berufs. Das soziale Umfeld erlebt den privaten Maneschen nur noch in seltenen Kurzfilmen. "Folge: Wir vereinsamen – oder pflegen am Ende soziale Beziehungen, die uns bei Licht betrachtet eigentlich nicht guttun.

Kommunizieren: Sozialkontakte knüfen wir, indem wir miteinander reden. Dass dabei oft einiges schiefgehen kann, wissen wir. Halten wir uns aber an die folgenden vier Grundregeln, klappt's mit der Kommunikation: 1. Eine positive Grundstimmung schaffen und Blickkontakt aufnehmen. 2. Offen und klar sprechen. 3. Wertschätzend zuhören (Nicken, Gesagtes in eigenen Worten wiederholen). 4. Immer das Verhalten kritisieren, nicht die Person.

Beziehungen pflegen: Teilen Sie ein DIN-A4-Blatt mit einem Stift in vier gleich große Teile. In der Mitte steht Ihr Name. In die vier Bereiche tragen Sie nacheinander Namen von Verwandten (1), Kollegen (2) Freunden (3) und Bekannten (4) ein, die für Sie eine rolle spielen. Zwischen "schwierigen" Leuten und sich zeichnen Sie eine Wellenlinie. Eine Gerade steht für eine gute Beziehung. Je öfter Sie mit einer Person Kontakt haben, desto dicker die Linie/Welle. Gefällt Ihnen, was Sie sehen? Wer tut gut? Wer nicht? Was wollen Sie konkret ändern?