[Alt-Text]

Vanessa Velte Bildung und Gesundheit für Uganda

Mit ihrem Verein „Schenke eine Ziege“ bringt Vanessa Velte, 27, Gesundheit, Bildung und Hoffnung nach Uganda.
Vanessa Velte mit Ziege

"Afrika“, sagt Vanessa Velte. Ihre Augen leuchten. „Das ist mein Kindheitstraum. Ich habe schon in der vierten Klasse zu meiner Mutter gesagt: ,Wenn ich groß bin, helfe ich den Menschen dort.‘“ Mit 19 machte sie ihren Traum wahr: Gemeinsam mit ihrem Freund Robert Wunderlich flog sie ins ostafrikanische Uganda, um sechs Monate Freiwilligendienst in einer Schule zu leisten.

Afrika ist vom Elend betroffen

In Kasese, im Südosten des Landes, brachte sie den Abiturienten Deutsch bei, zeigte ihnen, warum Mülltrennung sinnvoll ist, knüpfte viele neue Freundschaften – und sah Dinge, „die mich an meine Grenzen brachten“. Der Direktor der Schule, Sylvester Kule, zeigte ihr und ihrem Freund kurz vor dem Rückflug, wie die Menschen im ärmsten Teil Ugandas in Lehmhütten hausen. Viele leiden unter Eiweißmangel, was den Bauch unnatürlich aufbläht. Sauberes Trinkwasser gibt es kaum. Ein Arzt versorgt rund 20 000 Menschen – in Deutschland sind es 300.
„Diese erbärmlichen Verhältnisse haben Robert und mich sehr getroffen“, erzählt Velte. „Wir wollten sofort etwas dagegen unternehmen.“

So können Sie helfen

25 EURO FÜR EINE ZIEGE spenden oder sogar selbst ehrenamtlich in Uganda mit anpacken: Weitere Informationen für beides finden Sie auf www.schenke-eine-ziege.de

Den Fortschritt fördern

Zurück in Deutschland entsteht ihre Idee: Familien in Uganda nehmen ein Jahr an Workshops teil, lernen Grundlegendes über Ernährung, Familienplanung und Aids-Vorsorge. Als Anreiz erhält jede Familie nach der Schulung eine trächtige Ziege. Von den geborenen Zicklein geht eines zurück an das Projekt. „Die Familien können eine Zucht aufbauen, sich von der Milch ernähren oder Ziegen verkaufen“, erklärt Vanessa Velte. 25 Euro kostet eine Ziege – eine kleine Spende für uns, ein Monatslohn für die Menschen in Uganda.

Den Armen helfen

Ihren Verein „Schenke eine Ziege“ gründen Velte und Wunderlich 2006. Sylvester Kule wird Projektleiter in Uganda. Sie sammeln Spenden, kaufen 2008 rund 27 Hektar Land in Kasese, auf dem die Ziegenfarm und das Bildungszentrum gebaut werden. Seitdem hat „Schenke eine Ziege“ schon 210 Familien geholfen. Natürlich freut sich Vanessa Velte über Interview-Anfragen und Preise, die ihr für ihren Einsatz verliehen werden. Viel wichtiger ist ihr aber, dass „ihre“ Familien in Uganda jetzt in eine bessere Zukunft blicken können.

Wie Afrika das Leben verändern kann

Mit dem erwirtschafteten Geld schicken viele ein Kind in die Schule, „egal ob es das eigene ist oder nicht“, berichtet die 27-Jährige optimistisch. „Helfen ist immer ein Geben und Nehmen. Wir versuchen, den Familien etwas beizubringen, aber wir lernen auch von ihnen: Menschlichkeit, Herzlichkeit und ein intensives Zusammengehörigkeitsgefühl.“
Inzwischen ist Velte Ehrenvorsitzende des Vereins: „Ich will mich auf meine Ausbildung konzentrieren.“ An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe wird sie Arztassistentin, ein Job an der Schnittstelle zwischen Ärzten und Pflegekräften. Will sie später in Afrika arbeiten? „Ich habe in Deutschland meinen Partner, Freunde, Hobbys“, sagt Vanessa Velte. „Darum eher nicht. Sonst könnte ich mir vorstellen, für immer nach Afrika zu gehen. Die Landschaft, die Kultur und die Menschen sind einfach toll.“

Schlagworte:
Autor:
Bettina Kaever