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Erfahrungsbericht Für die eigenen Ideale kämpfen

Die 34-jährige Agnes Krumwieder gab ihre Klavierschule auf, um sich als Politikerin für Künstler und Kreative einzusetzen.

Agnes Krumwiede

„Für mehr Gleichberechtigung zu kämpfen, war einer der Gründe, warum ich 2001 Mitglied bei den Grünen wurde. Früher habe ich nicht daran gedacht, Berufspolitikerin zu werden, denn ich bin leidenschaftlich gern Pianistin. Nach meinem Konzertexamen an der Musikhochschule habe ich eine Klavierschule gegründet. Nach und nach wurde mir aber klar, dass ich ein politisches Mandat übernehmen muss, um die Situation für Kreative verbessern zu können.

Bei der Aufstellungsversammlung für die Bundestagswahl 2009 wurde ich auf einen aussichtsreichen Listenplatz gewählt. Nach meinem Einzug in den Bundestag ernannte mich die grüne Fraktion zur kulturpolitischen Sprecherin. Leider gibt es zu wenig Kreative in der Politik, ich bin die einzige ausgebildete Musikerin im Bundestag. Die Wertschätzung für Kultur ist gering. In meinem neuen Leben als Abgeordnete beansprucht die Politik den größten Teil meiner Zeit. Ich gehe in Sitzungen, schreibe Reden und Anträge und führe viele Gespräche. Bei der Durchsetzung grüner und kulturpolitischer Ziele kann ich sehr hartnäckig sein, nur so erreicht man etwas in der Politik.

In jeder freien Minute setze ich mich aber ans Klavier. Ich gebe immer noch regelmäßig Konzerte, hauptsächlich mit meinem Programm „Starke Frauen“, in dem ich unbekannte Werke von Komponistinnen spiele. Danach spreche ich über grüne Politik. Wenn es mir gelingt, durch das Klavierspiel die Gefühle des Publikums zu bewegen, erreichen auch meine politischen Inhalte Herz und Verstand der Menschen.“