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Bücher Du wirst, was du liest

Je stärker wir uns mit einer Romanfigur identifizieren, desto ähnlicher werden wir ihr.

Frau liest

Keine Sorge: Imponiert uns der Krimi-Fiesling mit seiner Skrupellosigkeit, treten wir nicht gleich selbst wie ein Schwein auf. Doch unser Ich kann mit dem Roman- Ich tatsächlich verschmelzen. Diese sogenannte Erlebnisübernahme beeinflusst unser Handeln auch dann, wenn wir das Buch längst aus der Hand gelegt haben. Das ergaben Studien, die Lisa Libby an der Ohio State University durchführte.
Sie legte Freiwilligen z. B. eine Ich-Erzählung über einen Mann vor, der das erste Mal wählen darf, dafür aber einige Hindernisse überwinden muss. Andere Probanden lasen diese Geschichte in Er-Form. Folge: 65 Prozent derjenigen, die den Plot in Ich-Form gelesen hatten, gingen Tage später zur Wahl. Aus der zweiten Gruppe nur 29 Prozent.
Libby: „Erlebnisübernahme ist offenbar ein wirksamer Weg, Verhalten auf eine förderliche Weise zu verändern.“ Uns fiele da das eine oder andere Buch ein, das wir gewissen Politikern oder Unternehmern gern auf den Nachttisch legen würden.

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