[Alt-Text]

Leben und Planung 5 Frauen wagen einen Neuanfang

Schicksalhafte Liebe, anhaltendes Fernweh oder der innige Wunsch, Klavier zu spielen: Fünf Frauen haben sich getraut, ihren verborgenen Sehnsüchten nachzugehen. Keine hat es bereut, auch wenn es um die 40 nicht mehr so einfach wie mit 20 war…

Mit dem 40. Geburtstag schleichen sich oft unbequeme Fragen ins Haus: Wir sind irgendwo angekommen, aber wollten wir da auch wirklich hin? Was haben wir erreicht, was unterwegs verloren? 40 ist Halbzeit – Zeit, sich den unerfüllten Wünschen zu stellen. Und wer glaubt, dafür sei es zu spät, sollte die Sache einmal statistisch betrachten: Eine Frau von 40,6 Jahren kann heute ohne Weiteres erwarten, dass noch einmal genau so viel Lebenszeit vor ihr liegt.

Wahr ist allerdings auch, dass wir mit zunehmendem Alter risikoscheuer werden. Denn potenziell gibt es mehr zu verlieren. In der Regel erfordert es mehr Mut, sich aus den Zwängen des Alltags zu befreien, der Familie und den Freunden ungewohnte Seiten zu zeigen. Im „Jetzt oder Nie“ kann aber auch eine ungeheure Energie frei werden. Wenn wir jetzt einen Neuanfang wagen, dann mit innerer Überzeugung – und größerer Aussicht auf Erfolg: Wir wissen besser, welche Werte uns wichtig sind und was wir uns zutrauen können. 40 heißt: jung genug, es zu tun und alt genug, es richtig zu machen.

Stephany Ostermann, Oberärztin in der Gynäkologie, heute 44.

„Ich dachte immer, ich mach das klassische Modell: Kinder zu kriegen – das war für mich an eine stabile Beziehung gekoppelt. Dann wurde ich UNGEPLANT SCHWANGER – und von Anfang an war klar: wenn, dann muss ich das alleine durchziehen."

"Ich wusste, das ist meine letzte Chance: Auf den idealen Partner konnte ich nicht mehr warten. Es war ein Gefühlschaos: Ich hatte gerade erst die Bereichsleitung in einem neuen Krankenhaus übernommen. Schon das war eine große Herausforderung. Meine erste Frage war: Wie kriege ich das alles organisatorisch hin? Ich habe mich dann ganz pragmatisch hingesetzt und mir Schritt für Schritt einen Plan gemacht. Schon in der siebten Schwangerschaftswoche bin ich zum Jugendamt: ,Ich werde sofort wieder voll anfangen zu arbeiten, ich brauche eine Tagesmutter.’ Dann habe ich der Klinikleitung gesagt, dass ich keine Nacht- und Wochenenddienste mehr machen kann.

Ich dachte, damit wäre ich für die Klinik untragbar – aber es ging! Ich habe Charlotte ein Jahr lang gestillt – in meiner Mittagspause oder auch zwischen den OPs. Heute ist sie fast vier, und es ist toll, ein Leben vom Beginn an in all seinen Etappen mitzuerleben. Mit 30 hätte ich das alles nicht so regeln können, da wäre ich nicht so selbstsicher gewesen. Heute habe ich mein Standing im Beruf. Ich bin mutiger geworden, auch mal etwas für mich einzufordern.“ Stephany Ostermann, Oberärztin in der Gynäkologie, heute 44.

1 2 3
Schlagworte:
Autor:
Alexandra Werdes