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Verlieben Endlos bezaubert

Je anziehender wir jemanden finden, desto mehr dehnt sich der Augenblick, in dem wir ihn getroffen haben.
Glückliches Paar liegt im Bett und lacht
Begegnest du der Liebe deines Lebens, bleibt die Zeit stehen“, behauptet der Held in der Tragikomödie „Big Fish“ (2003) von Regisseur Tim Burton. Im Film hängt sogar Konfetti reglos in der Luft, als die Hauptperson zum ersten Mal seine Auserwählte sieht. Bloß eine romantische Fantasie?
Keineswegs. Viele Paare beschreiben diesen „Klick“-Moment ähnlich, und Dr. Joana Arantes, Psychologin an der Universität von Canterbury in Neuseeland, gibt ihnen recht: Frauen (Männer wurden in ihrer Studie nicht untersucht) glauben, dass jener Augenblick, in dem sie sich in einen Mann verlieben könnten, deutlich länger andauert, als es tatsächlich der Fall ist. Ein Computer zeigte den Teilnehmerinnen Fotos von unterschiedlich attraktiven Männern immer gleich lang. Wie lang – das sollten die Frauen nach jedem Bild schätzen. Hatten sie gerade einen potenziellen Traummann gesehen, geriet ihre Zeitwahrnehmung jedes Mal gehörig durcheinander. Bei unattraktiven Männern passierte das nicht.
 
Die Erklärung, die Dr. Arantes dafür liefert, klingt allerdings wenig romantisch: „Solche Veränderungen in der Zeitwahrnehmung entstehen durch wechselnde körperliche Erregung und haben bei unseren Vorfahren vermutlich die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöht.“ Denn dadurch stieg die Chance, dass die besten Gene weitergegeben wurden. Wir glauben trotzdem an den Zauber der Liebe.