[Alt-Text]

Ehrlichkeit Schluss mit Lügen

Ganz ehrlich: Wir alle lügen. Und zwar oft. Das macht es uns so schwer, damit auf zu hören. Doch wer die Gründe versteht, kann es schaffen – raus aus der Lügen-Falle.

Mut zur Wahrheit

Danke, blendend. Bisweilen flunkern wir schon, wenn jemand fragt, wie’s uns geht. Um den Smalltalk abzukürzen. Oder bei wichtigeren Dingen, weil die Wahrheit den Fragenden nichts angeht. Dann meldet sich das schlechte Gewissen. Und fast jede Lüge zieht weitere nach sich. Es wird immer verzwickter – bis die Wahrheit ans Licht kommt, viel schneller als befürchtet. Wieso lügen wir dann überhaupt? Weil wir oft nicht anders können. Warum das so ist und wie wir klug zur Wahrheit zurückkehren, verrät die Diplom-Psychologin Henrietta Schermall anhand von sieben typischen Lügengeschichten.

"Die halte ich mir lieber warm"

So entsteht die Lüge

Das Handy vibriert – Jenny. „Hast du Lust auf Kino?“, fragt sie. „Ach, ich würde ja zu gern“, flötet Maria zurück, „aber ich muss noch so viel aufräumen.“ Mit „Ruf mich nächste Woche mal an, ja?“ beendet Maria das Telefonat – und betet innerlich, dass Jenny das nicht tut. Auch wenn sie noch so gute Kontakte in Marias Branche hat – eigentlich möchte sich Maria mit dieser egoistischen, falschen Person überhaupt nicht mehr treffen.

Sinn der Lüge

Schermall: „Maria will sich Jenny warmhalten und bei Bedarf ihre Kontakte nutzen, obwohl sie die Frau insgeheim intrigant und ich bezogen findet. Aber sie muss sich selbst verleugnen und Interesse heucheln, um die Beziehung zu erhalten. Deshalb müsste sie sich im Grunde genommen das Gleiche vorwerfen lassen, was sie Jenny vorwirft.“ Das Risiko: „Es ist nicht sicher, dass Marias Theater Erfolg hat. Vielleicht spürt Jenny längst, dass sie in Wahrheit ab - gelehnt wird. Maria gerade nicht dabei zu helfen, z.B. bestimmte Leute kennenzulernen, könnte Jennys stille Rache sein.“

Raus aus der Lüge

Schermall: „Maria sollte sich fragen, wer und was ihr wirklich wichtig ist. Eine ehrliche Antwort auf diese Frage zu finden fällt nicht leicht. Gut möglich, dass Maria das gar nicht so genau weiß. Tagebuch zu schreiben wäre ein guter Weg, dem auf die Spur zu kommen. Dann passiert oft ein ,kleines Wunder‘: Sobald Maria mehr innere Klarheit hat, wird sie auf Menschen treffen, die ihr wirklich und wahrhaftig weiterhelfen. Auf anderer Leute Kontakte ist sie dann nicht mehr so sehr angewiesen.“

 

1 2 3