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Beziehung Infos zur Paartherapie

Infos zur Paartherapie – Methoden, Dauer, Kosten. Welche Methoden kommen infrage? Drei Therapien haben sich durchgesetzt.
Paartherapie, Eheberatung

1. Die systemische Therapie:

Sie sieht das Verhalten der Partner nicht personenbezogen, sondern als Ergebnis oder Symptom der Paar- und Familienbeziehungen (des Systems). Es geht darum, belastete und belastende Verbindungen zu entflechten, zu überdenken sowie ungenutzte Stärken des Systems, also der Partnerschaft, aufzuspüren und zu nutzen.
 

2. Die Verhaltenstherapie:

Mit dem Therapeuten untersucht das Paar sein (Kommunikations-)Verhalten, um ungesunde Muster aufzuspüren (Beispiel: „Immer wenn er diesen Satz sagt, bin ich sofort auf 180.“). Wichtig dabei: Was denke und fühle ich wann und warum (die kognitive Ebene)? Und: Welche Gedanken und Gefühle machen es mir und meinem Partner leichter (die metakognitive Ebene)?
 

3. Die tiefenpsychologische Therapie:

Gefühls- und Verhaltensmuster, die wir in einer Liebesbeziehung zeigen, haben wir teilweise schon in der Kindheit erworben. Häufig ist den Partnern jedoch gar nicht bewusst, welche kindlichen Anteile ihnen z. B. in Streitsituationen „dazwischenfunken“ und die Annäherung erschweren. Die tiefenpsychologische Paartherapie macht solche (früh-)kindlichen Muster bewusst und hilft, sie zu verändern.

Wie lange dauert die Therapie?
Manchmal reichen schon ein paar Sitzungen, um einem ratlosen Paar neue Wege aufzuzeigen. Bei größeren Problemen kommen Paare aber auch ein bis zwei Jahre lang alle zwei bis vier Wochen zur Therapie.

Was kostet eine Paartherapie?
Die Stundensätze bei Therapeuten liegen in der Regel zwischen 60 und 120 Euro. Die Kosten werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Bei kirchlichen oder staatlichen Beratungsstellen ist die Hilfe deutlich günstiger, teilweise sogar kostenlos. Meist wird lediglich um eine Spende gebeten.

Wie finden Paare einen Therapeuten?
Aufgepasst! Begriffe wie „Paartherapeut“ oder „Paarberater“ sind gesetzlich nicht geschützt, also kein Garant für eine Qualifikation. Der Verband pro familia (Tel. 069/26 95 77 90, www.profamilia.de) unterhält ebenso wie kirchliche Träger (Evangelische Beratung, www.evangelische-beratung.info oder Caritas Deutschland, www.caritas.de) bundesweit Beratungsstellen.

Bei der Suche helfen können auch der Informationsdienst des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (www.psychotherapiesuche.de), die Bundespsychotherapeutenkammer (www.bptk.de) oder die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de).

Schlagworte:
Autor:
Claudia Steiner