[Alt-Text]

Natur Für immer und ewig

Nie getrennt, lebenslänglich zusammen – woran der Mensch oft scheitert, das ist in der Tierwelt nicht selten biologisches Programm. Monogamie als animalischer Lebensentwurf. Herrliche Natur!
Pinguine lieben sich
Es gibt sie, die ewige Liebe. Am Polarkreis, in der Wüste, nebenan. Hoch oben in der Luft und tief unten am Meeresgrund. Schön. Romantisch. Gefühlvoll. Und für immer. Zumindest fast. Und längst nicht nur bei Höckerschwänen, die seit Jahrhunderten als schwimmendes Treuesiegel gelten. Sie suchen und finden sich, wenn sie etwa zwei Jahre alt sind. Manchmal kommt es da zu Verwirrungen. Wie damals vor zehn Jahren auf der Hamburger Alster, als ein Männchen mehrere Sommer lang einem Tretboot in Schwanenform hinterherschwamm. Jahrelang hielt diese fruchtlose Beziehung, länger als so manche Ehe.
 

Monogamie in der Vogelwelt

Die, so sagt ein belgischer Brauch, wird übrigens erfolgreich, wenn die Eheringe zuvor von Schwänen bebrütet werden. Dabei: So ganz zum Vorbild sollten sich Jungvermählte die grazilen Tiere nicht nehmen. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass sie zwar tatsächlich beinahe ausnahmslos ein Leben lang zusammenbleiben – aber jedes sechste Schwanenkind ein Seitensprungbaby ist. Das tut der Partnerschaft keinen Abbruch. Liegt vielleicht daran, dass ein Schwan dem anderen gleicht und fremde Gene da meist nicht auffallen. Bei den Seepferdchen ist es ähnlich. Lebenslange Beziehung: ja! Bedingungslose Treue: nicht unbedingt. Allerdings, was das Vatersein angeht, macht den Seepferdchenmännern kaum jemand Konkurrenz. Sie tragen in einer Brusttasche die Eier und ziehen später die Jungen auf. Und das schon seit 40 Millionen Jahren. „Bis dass der Tod euch scheidet“ ist dabei ohnehin relativ – älter als fünf Jahre werden die seltsamen Meeresbewohner nämlich gar nicht. Kein Grund, Monogamie für ein Gerücht zu halten. Es gibt sie wirklich. Bei etlichen Vögeln zum Beispiel. Eine Gattung afrikanischer Edelpapageien, die offiziell Agapornis (aus dem Griechischen von „agape“, Liebe, und „ornis“, Vogel) heißt, wird bei uns die Unzertrennlichen, im englischsprachigen Raum „Lovebirds“ genannt. Sie kuscheln miteinander, pflegen abwechselnd ihre Brut und sich gegenseitig das Kopfgefieder bis ins hohe Alter.
 
Schlagworte:
Autor:
Manu Schmickler