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Das Geheimnis glücklicher Paare

Wenn eine Beziehung scheitert, liegt der Gedanke nah: Es war eben nicht der Richtige. Dabei übersieht man häufig die eigenen Blockaden und Beziehungsängste.

streit zwischen paaren

Kennen Sie das? Sie gehen spazieren und ein älteres Paar läuft an Ihnen vorbei. Händchen haltend und in ein angeregtes Gespräch vertieft. Und Sie denken: Wäre das schön, wenn mein Mann und ich in 20 Jahren auch noch so zufrieden miteinander sind… Was kann ich tun, damit unsere Liebe am Leben bleibt?

Haben glückliche Paare ein Geheimrezept?

Ein Geheimrezept gibt es nicht. Wohl aber eine Grundvoraussetzung: „Eine glückliche Beziehung kann nur entstehen, wenn die Partner sich wirklich füreinander entscheiden“, erklärt Dipl.- Psychologin Stefanie Stahl. „Das heißt, beide sagen: ,Ich will dich! Und ich bin bereit, für dich, für mich und für unser Glück Verantwortung zu übernehmen.‘“ Das klingt banal. Doch genau an dieser Klippe scheitert die Liebe vieler Paare, beobachtet Stefanie Stahl, die seit mehreren Jahren Paare mit Beziehungsschwierigkeiten berät. Menschen können sich tief in ihrem Inneren häufig nicht auf einen Partner einlassen. Vielleicht denken Sie jetzt: Klar, solche Männer kenne ich. Vielleicht haben Sie sogar schon mal einen Mann verlassen, weil Sie Vertrauen und Gefühle vermissten. Das starke Geschlecht gilt ja als eher schwach begabt in Sachen Liebesalltag. Allerdings gerät dabei aus dem Blick, dass auch viele Frauen Schwierigkeiten damit haben, tiefe Beziehungen einzugehen. Sie verstecken ihren Beziehungsängste nur eleganter.

Liebesglück auf Dauer hängt davon ab, wie beziehungsfähig wir sind.

Zum Beispiel die Frau, die an ihrem Partner ständig etwas auszusetzen hat. Oder die, die sich mehr für Haus und Garten als für ihren Mann interessiert. Natürlich kann es passieren, dass eine Beziehung nicht auf Dauer funktioniert. „Aber Menschen, bei denen Beziehungen immer wieder in gleicher Weise unglücklich verlaufen, haben in Wirklichkeit starke Bindungsängste“, so die Therapeutin. Sie zerstören ihre Beziehungen letztlich immer wieder selbst nach demselben Muster. Zum Beispiel, indem sie den Fokus auf alles Negative lenken oder sich innerlich immer weiter zurückziehen. Die Beziehungen dieser Menschen bleiben im „Jein“ hängen. Und das Glück damit vor der Tür. Die Wurzel der Bindungsangst liegt meist in der Kindheit: Oft konnten die Eltern keine vertrauensvolle Beziehung zu ihrem Baby aufbauen, und so hat das Kind später nicht gelernt, dass man sich auf andere Menschen und ihre Zuneigung verlassen kann. Im Gegenteil. Es hat gelernt: Wenn ich mich verlasse, bin ich verlassen. Angst vor Abhängigkeit und Zurückweisung sind die Folge. Dabei sind Beziehungsängste viel häufiger, als man denkt, der Grund für das Scheitern der Liebe, weiß die Psychotherapeutin. Viele Menschen fühlten sich als Kind nicht bedingungslos geliebt – und sabotieren ihre Partnerschaften deshalb mit unbewussten Ängsten und Abwehrstrategien. Was tun?

„Selbsterkenntnis ist der erste große Schritt. Den Mut aufzubringen, den eigenen Ängsten ins Gesicht zu sehen. Dann kann man auch aufhören, zu denken, der Partner sei schuld, wenn die Beziehung nicht funktioniert“, erklärt Stefanie Stahl. Und wer danach anfängt, sein Verhalten auf bewusster Ebene zu durchschauen, legt den Grundstein für Veränderung. Wie man seine unbewussten Bindungsängste aber erst einmal erkennen kann? Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen fünf scheinbar harmlose Gedanken vor – und erklären, was dahinterstecken könnte.

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Autor:
Carola Kleinschmidt