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Vital-Test Straffe Beine durch Hausschuh

Trends gibt es ja viele aber was taugen Sie? Wir testen für Sie Außenseitermethoden und Produkte, die Gesundheit und Wohlbefinden versprechen. Diesen Monat: der fitwear-Hausschuh soll schön straffe Beine machen.

Susanne Schütte

Sie erinnern mich an die mausgrauen Filz-Pantoffeln im Museum. Und mein Test-Clog heißt auch noch „Gogh“, wie der postimpressionistische Maler. Das passt! Doch mit den biederen Hauspuschen schlurft man nicht lasch übers Parkett, sondern macht seine Füße bei jedem Schritt fit – durch eine eingebaute Kombi aus Stepper und Fußwippe. Aber auch Beine, Po und Rücken bekommen ein gesundes Workout. Behauptet jedenfalls der Hersteller. Glaubt man seinen vollmundigen Versprechen, sollen Fesseln und Waden schön schlank werden, die Oberschenkel cellulitefrei, der Po knackig und der Rücken gestählt gegen Schmerzen. Angeblich zeigt so ein „fit-wear“-Schuh sogar therapeutische Wirkung bei Knie- und Hüftproblemen oder Fersensporn.

Ich will’s wissen – und schluppe in die federleichten Schlappen. Mein erster Eindruck: herrlich bequem, kuschelig und gleichzeitig wohltuend ergonomisch stützend. Ich bin begeistert und habe Lust auf mehr. Am ersten Abend tigere ich rastlos in meiner Maisonette-Wohnung hin und her. Treppauf, treppab. Nach ein paar Stunden habe ich so viele Schritte auf meinem Tacho wie selten und den Haus- halt ruck, zuck erledigt. „Erledigt“ ist nach dem ganzen Gerenne dann auch eine passende Zustandsbeschreibung für mich im Allgemeinen, meine Füße und Waden im Speziellen.

Weitere Infos

Die „fitwear“-Sohle wird in viele Schuh-Modelle eingebaut – sogar in trendige Flip-Flops und Winterstiefel. Preis: ab 60 Euro. Infos und Bestellung über Tel. 0 89/41 87 41 52, www.fitx2.de

Am nächsten Morgen das böse Erwachen: Nichts ist mit dem üblichen elanvollen Aufstehen. In Zeitlupe schäle ich mich mühsam aus dem Bett. Und kann mich kaum auf den Beinen halten. Die Füße, die Waden, die Hinterseiten der Schenkel, der Po: Alle Muskeln tun weh wie Hölle und zittern bei jeder Mikrobewegung wie Espenlaub. Ich bleibe trotzdem locker, denn ich weiß: Wo heftige Nebenwirkungen sind, da entsteht auch eine Megawirkung. Und die will ich!

Die „fitwear Microwobbleboard“- Mittelsohle (was für ein Wort!) ist mein Motivations-Coach. Denn sie zwingt dem Fuß ein intensives wippendes Abrollen auf und trainiert die Längsmuskulatur bis hoch zum Rücken. Erste Workout-Ergebnisse spüre ich nach rund vier Wochen. Die anfängliche Katerstimmung der Muskeln ist einer ungewohnten Spannkraft und einem strafferen Gewebe gewichen. Besonders an den Beinen. Die Dellen an den Oberschenkeln zeigen Ermüdungserscheinungen. Der Po, der Rücken – na ja, schön wär’s gewesen, aber bei denen sehe ich null Veränderung. Auch nach drei Monaten nicht. Dafür fühlt sich mein schon zigmal operiertes Knie stabil wie nie an. Als ob es Stützkorsett und Stoßdämpfer im Doppelpack verpasst bekommen hätte. Warum heißt es nicht „fit wie ein Hausschuh“?

Fazit: Der Filz-Puschen sieht wie ein Ober-Spießer aus. Aber für die Füße ist er die reinste Wohltat. Und für die Beine tatsächlich ein Fitness-Studio im Mini-Format.