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Vital-Test Sitzkissen im Test

Trends gibt’s ja viele. Aber was taugen sie? Wir testen für Sie ungewöhnliche Methoden und Produkte, die Gesundheit und Wohlbefinden versprechen. Diesen Monat: auf dem Magic Sit schön straff werden – klappt das?

Magic Sit

Konzentriert sitze ich auf meinem Hocker, unter dem Po mein neues Sportgerät: der „Magic Sit“, ein silbergraues, luftgefülltes Kissen. Jetzt die Beine vom Boden lösen und angewinkelt seitlich hochziehen. Klappt ganz gut. Andere Seite. Ich beginne zu wackeln, verliere das Gleichgewicht und stelle schnell die Füße wieder auf. Doch nicht so leicht, wie ich dachte. Überhaupt – als meine Kollegin mich fragte, ob ich ein Sitzkissen testen möchte, das den Beckenboden trainiert, habe ich wohl nur das Wort Sitz wahrgenommen. Nebenbei auf meinem Schreibtischstuhl, so meine naive Vorstellung, stärke ich ganz bequem Beckenboden, Bauch, Beine und Po. Cellulite soll das Turngerät ebenfalls bekämpfen.

Beim Betrachten der mitgelieferten DVD fühle ich mich zunächst in meinem Wunschtraum bestätigt: Im Trailer schaukelt eine Brünette in kurzem Rock (mit Super-Beinen) locker vor ihrem Schreibtisch. So einfach ist es aber nicht. Die Übungsserie auf der DVD erfordert eine Grundausstattung an trainierten Bauch- und Beinmuskeln.

Weitere Infos

Das Aktiv-Sitzkissen „Magic Sit“ kostet 59,99 Euro plus Versandkosten. Sie können es direkt bestellen unter www.magic-sit.com. Hier finden Sie auch weitere Bezugsquellen. Im nächsten Heft: Der „in-Pulser“ soll Schlafstörungen beseitigen.



Bevor ich mit dem Nachturnen beginne, muss ich meinen magischen Sitz erst mal einrichten. Auf einem Stuhl mit Arm- oder Rückenlehne? Funktioniert nicht. Ich brauche Bewegungsfreiheit. Ein Hocker muss her. Jetzt noch schnell das Kissen aufblasen – aber wo ist das Loch für den mitgelieferten Plastikhalm? Das Kissen besteht aus Hälften, die durch ein Ventil und ein Plastikröhrchen verbunden sind. Klingt kompliziert? Ist es auch. Endlich entdecke ich die Öffnung. Beim Aufpusten entweicht mir ein paar Mal die Luft, dann habe ich mein Kissen gefüllt.

Die erste Übungsreihe schaffe ich spielend. Mit Hilfe des laut Hersteller „einzigartigen Dual-Kammer-Systems“ drücke ich die Luft während der Übungen mit meinem Körpergewicht von einer Kissenhälfte in die andere. Das verursacht ein Geräusch wie schweres Atmen – nicht gerade motivierend. Als ich die Beine anziehen und strecken soll, komme ich wieder aus dem Gleichgewicht. Mit angespannten Schultern und krummem Rücken versuche ich weiterzumachen. Jetzt löst sich auch noch das hintere Ventil: Zischend entweicht Luft. Vielleicht liegt das daran, dass der „Magic Sit“ etwas größer ist als die Sitzfläche meines Hockers. Ich bräuchte also einen größeren, habe ich aber nicht.

Fazit: Ich finde das Kissen äußerst unpraktisch und stelle fest, dass ich bei einer falschen Haltung total verspanne. Da bleibe ich lieber auf dem Boden. Mit Sit-ups und meinen gezielten Bauch-Beine-Po-Übungen erreiche ich ganz unkompliziert dasselbe.