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Vital-Test Vier Methoden gegen Verspannung

Trends gibt’s ja viele. Aber was taugen sie? Wir testen für Sie ungewöhnliche Methoden und Produkte, die Gesundheit und Wohlbefinden versprechen. Diesen Monat: ein Laser-Kombi-Gerät gegen schmerzende Verspannungen.

Romina Pleschko

Was ich da in meinen Händen halte, erinnert mich an mein erstes Teenie-Handy, Modell Steinzeitknochen. Sentimentale Gefühle schleichen sich an. Zusammen mit einer gehörigen Portion Skepsis. Soft-Laser, Infrarot-, Rotlicht und Magnetfeld: meine Güte, gleich vier Therapiemethoden in einem einzigen Gerät! Wenn das wirklich funktioniert, bin ich Testperson einer Wundertechnik.

Mein dauerverspannter Nacken kann ein Wunder gut gebrauchen, denn ob Salben, Einreibungen oder heißes Kirschkernkissen – nichts hat geholfen. Hibbelig lade ich das „Handy Cure“ und lese die Bedienungsanleitung. Die ist leicht verständlich und schnell umgesetzt: Gerät über die Handfläche halten, Starttaste drücken, bis ein grünes Licht aufleuchtet, zum Schutz vor den Laserstrahlen Brille aufsetzen, „Mode“-Taste antippen und nach dem mitgelieferten Behandlungsschema die Taste „Variable“ drücken, dann wieder auf Start gehen und das Gerät über meinen schlimmsten Schmerzpunkt im Nacken halten.

Los geht’s mit einem roten Lichtkegel, den ich hinter der Brille in meinem linken Augenwinkel wahrnehme. Kaum leuchtet er auf, wird es angenehm warm unter dem Gerät. Es prickelt leicht und relaxt so schön. Ich schließe meine Augen und floate in die Tiefenentspannung. Nach fünf Minuten reißt mich ein hoher Piepton jäh aus meinem Alphawellen-Zustand. Schade, schon vorbei! Da ich schon länger Nackenschmerzen habe, darf ich aber laut Hersteller heute Abend noch mal unter die Bestrahlung. Zweimal täglich für 21 Tage, jede Woche eine andere Pulsfrequenz-Stufe.

Moment mal – Nacken nach rechts, Nacken nach links gedreht: Kann es sein, dass meine schmerzhaft verspannte Muskulatur schon nach einer Anwendung ein wenig lockerer ist? Den ganzen Tag über spüre ich dort jedenfalls ein wohlig warmes Gefühl, das bis tief ins Gewebe ausstrahlt. Dieses Feeling verstärkt sich von Bestrahlung zu Bestrahlung. Und was soll ich sagen: Nach nicht einmal einer Woche bin ich meine Nackenschmerzen komplett los! Ich bestrahle trotzdem weiter, denn das „Handy Cure“ ist mittlerweile zu meinem Wellness-Programm geworden.

Weitere Infos

Das „Handy Cure“ ist ein nach EU-Richtlinien zertifiziertes Medizinprodukt, erhältlich mit Schutzbrille und Etui. Preis: ca. 299 Euro. Ausführliche Beschreibungen: www.handy-cure.de.

Kein Problem, verspricht der Hersteller. Die Vierer-Kombi der Strahlen birgt keine Risiken. Ihre Wirkung ist einzig und allein auf die ungefährliche Selbstbehandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates ausgerichtet: effektiv, trotzdem harmlos soft. Das Gerät erhöht die Mikrozirkulation im erkrankten Gewebe, angelagerte Stoffwechsel-Endprodukte werden abtransportiert, gleichzeitig gelangt mehr Sauerstoff in die Zellen. Das lädierte Gewebe kann schneller heilen, die Schmerzen lassen nach.

Fazit: Das Gerät ist der Burner! Ich bin total begeistert. Ein Orthopäde wird so leicht nicht mehr an mir verdienen. Höchstens ein Suchtmediziner, denn ich kann nicht mehr ohne, wenn es mal wieder irgendwo zwackt.