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Vital-Test Entspannt mit Nacken-Massagegerät

VITAL testet für Sie Methoden und Produkte, die Wohlbefinden und Gesundheit versprechen. In diesem Monat: Wie viel Entspannung bringt ein Nacken-Massagegerät?

Eva Hübbe

So muss sich Atlas gefühlt haben“, schießt es mir durch den Kopf, während das Testobjekt auf meinen Nackensackt. Ich leide mit dem griechischen Titanen, der der Sage nach den gesamten Himmel auf seinen Schultern tragen musste. Auf meinen Schultern liegt nur ein Massagegerät mit dem sachlichen Namen „MG 150“. Stattliche 2,4 Kilo schwer, sagt meine Waage. Gefühlt mindestens das Doppelte. Hightech hat eben ihr Gewicht. Leider gibt sich der Wohlfühl-Helfer aus dem Hause Beurer nicht so anschmiegsam wie erwartet. Der Versuch, ihn hautnah um meinen Nacken zu legen, scheitert: Zu starr ist sein Innenleben. Aber er gehört sowieso nicht in den Nacken, wie das Bild auf der Packung verrät. Sein Einsatzgebiet liegt weiter unten, Richtung Schulterblätter.

Die Bedienung ist einfach: Beide Griffe der 1,30 Meter langen Massageauflage mit einer Hand festhalten und mit der anderen Programm und Intensität wählen. Das Kabel könnte etwas länger sein. Denn so direkt neben der Steckdose zu relaxen fällt schwer. Dort ist ja nicht unbedingt das gemütlichste Plätzchen.

Doch zunächst muss ich das gesundheitsfördernde Schwergewicht anschalten. „Auf niedriger Stufe beginnen“, steht in der Gebrauchsanleitung. „Das ist ja albern“, denke ich, wähle aber trotzdem brav Stufe eins – und werde unsanft eines Besseren belehrt: Kräftiges Trommeln gegen Schultern und Nacken versetzt meinen ganzen Körper in Alarmbereitschaft. Aber Weglaufen gilt nicht. Da muss ich jetzt durch.

Weitere Infos

Verkauft wird das Nacken-Massagegerät MG 150 für ca. 90 Euro im Fachhandel. Produktinformationen und Händlersuche unter beurer.de Kundentelefon: 07 31/3 98 91 44 Im nächsten Heft: ein Ultraschallgerät für gesunde und straffe Haut. Folge verpasst? Dann haben wir hier alle für Sie auf einen Blick.

„Kraftvoll“ und „intensiv“ nennt der Hersteller die Massage, die für erholsame Entspannung nach einem anstrengenden Arbeitstag genauso geeignet sei wie zur Muskellockerung nach dem Sporttraining. Dass dieses Hämmern auch tiefere Muskelschichten erreicht, glaube ich sofort.
Vielleicht fühle ich mich ja mit einem der anderen fünf Programme wohler. Einmal den Modusknopf drücken, und die Massageköpfe beginnen förmlich, über meine Schultern zu galoppieren. Ein zweites Mal gedrückt, und schon begrüßen mich Synkopen – mein Herzschlag versucht hektisch, sich dem unregelmäßigen Klopfrhythmus anzupassen. Zum Glück vergeblich.

Ich zappe weiter durch die Massageprogramme und stelle irgendwann überrascht fest, dass ich das Pochen gar nicht mehr so unangenehm finde. Und wieso kam mir das Massagegerät anfangs so schwer vor? Wohlige Leichtigkeit breitet sich um meinen Nacken aus. Wieder mal ein Beweis dafür, wie anpassungsfähig der Mensch ist. Wie bei einer handfesten Sportmassage fragt man sich anfangs: „Wozu die Quälerei?“ Aber hinterher fühlt es sich doch prima an, gut durchblutete und entspannte Muskeln zu haben.

Fazit: Ich persönlich ziehe zur Entspannung sanfte menschliche Hände vor. Zum Schnell-mal-die-Muskeln-locker-Klopfen nach einem langen Bürotag ist das „MG 150“ aber durchaus zu empfehlen.


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