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Vital-Test Anti-Cellulite-Haussocken

Trends gibt’s ja viele. Aber was taugen sie? Wir testen für Sie ungewöhnliche Methoden und Produkte, die Gesundheit und Wohlbefinden versprechen. Diesen Monat: Anti-Cellulite-Haussocken – auch für einen entspannten Rücken.

Cellulite

Hey, Moment mal! Steht auf meinem T-Shirt etwa: „Ich habe Cellulite?“ Nein!!! Das war mein erster Gedanke, als mir eine Kollegin aus dem Gesundheits-Ressort die Anti-Cellulite-Haussocken überreichte und fragte: „Könntest du die für uns testen?“ Bevor ich etwas erwidern konnte, setzte sie gleich nach: „Das ist total lieb von dir. Damit hilfst du mir sehr. Es geht nicht um Orangenhaut. Die hast du ja gar nicht – in deinem Alter.“ Woher, zum Teufel ...? „Du kannst über Rückenschmerzen schreiben. Davor schützen die nämlich angeblich auch.“ So, so. Ist ja fast das Gleiche.

Nachdem ich allerdings den „Beipackzettel“ im DIN-A- 5-Format gelesen hatte, wurde mir klar: Unschöne Dellen an den Oberschenkeln sind tatsächlich nicht das einzige Übel, das die Haussocken beseitigen sollen. Vielmehr halte ich eine Allzweckwaffe gegen sämtliche weibliche Problemzonen in den Händen. Sie sind Bauch-Beine-Po-, Venen-, Rücken-, Gelenke- und Beckenboden-Training in einem! Und so ein Wundermittel wird in einer unspektakulären Plastiktüte verpackt?

Andererseits, klar, lenkt zu viel Firlefanz vom Inhalt ab: Die Socken sind schwarz und bestehen aus 40 Prozent Wolle, 40 Prozent Polyacryl und 20 Prozent Polyamid. Unten drunter kleben jeweils mehr als 90 gelbe Anti-Rutsch- Noppen. Also anziehen. Nichts schnürt ein. Die Sohlen sind so gearbeitet, dass sie meine Zehen drei, meine Fersen einen halben Zentimeter über dem Boden halten. Diese Schräglage „regt zahlreiche Stoffwechselprozesse an“, heißt es in der Anleitung. Davon spüre ich nichts. Ich habe nur das Gefühl, ständig bergauf zu gehen. In der ersten Viertelstunde finde ich das noch witzig. Mit der Zeit nervt es. Und an den Knöcheln geben die Socken gar keinen Halt. Punktabzug! Die Anti-Rutsch-Noppen machen obendrein jeden Teppichboden zur Stolperfalle. Der ideale „Running Gag“ für Partys. Deshalb auch hier: Punktabzug!

Nach zehn Tagen Bergauflaufen fühlt sich mein Rücken an wie immer. „Erhöhte Aktivität“ und eine „aufrechte Haltung“, verspricht der Hersteller. Fehlanzeige. Nichts wird besser – aber auch nicht schlechter! Glücklicherweise gehöre ich zu den vier Prozent der Bevölkerung, die selten Rückenprobleme haben. Ich bin nicht sicher, ob das auch bei dieser permanenten Gipfelstürmerei so bleibt.

Anders sieht’s beim Thema Bindegewebe aus: 90 von 100 Frauen hätten gern mehr Spannkraft. Ich bin eine von ihnen. Aber leider erreicht man auch dieses Ziel nicht in diesen Socken. Außer Muskelkater kann ich an meinen Oberschenkeln keine Veränderung feststellen. Selbst wenn ich in den Strümpfen den Mount Everest erklimmen würde – das wird nix mehr. Ein „Frauenproblem“ lösen sie allerdings doch: Meine ewig kalten Füße werden warm! Fazit: Toll, wenn’s bergauf geht. Aber nicht in diesen Haussocken. Genauso wenig wie die Versprechen halten sie die Knöchel. Stolpergarantie auf Teppichboden.

Weitere Infos: Die Anti-Cellulite-Haussocken kosten 29,99 Euro. In den Größen 37–39, 40–42 und 43–45 zu bestellen auf www.wellsana.de oder unter Tel. 01 80/ 5 92 69 83 (14 Ct./Min., a. d. Festnetz). Im nächsten Heft: die Blaulicht-Brille gegen den Winterblues. Alle übrigen Folgen finden Sie auf www.vital.de/vital-test

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