Gesundheit

Weg mit den Viren!

„Autsch! Aber das krieg ich wieder hin.“ So denken viele und behandeln sich mit Hausmitteln und rezeptfreien Arzneien. Welche wirklich helfen und wann Sie besser den Arzt fragen, sagt diese Serie. Diesmal: Erkältungsbeschwerden

Die Erkältung gibt es nicht. Mehr als 200 verschiedene Adeno- oder Rhinoviren können einen grippalen Infekt, so der Fachbegriff, auslösen. Vor allem dort, wo viele Menschen eng zusammenrücken müssen: in der Bahn, im Fahrstuhl, im Bus. Einer niest – und jeder, der nicht mindestens fünf Meter entfernt steht, hat etwas davon. Mit bis zu 900 km/h werden die Viren durch die Luft geschleudert. Tröpfcheninfektion nennt man das. Anstecken kann man sich aber auch per Handschlag. Die Folge: Oft zäher Schleim sitzt in den Atemwegen, den der Körper mit Husten und Niesen loswerden will. Man fühlt sich abgeschlagen und müde. Nach sieben bis zehn Tagen ist der Spuk vorbei – wenn man die wirksamsten Gegenmittel kennt. Treten Beschwerden plötzlich und heftig auf, spricht das eher für eine Influenza, die sogenannte echte Grippe. Die ist immer ein Fall für den Arzt.

Die besten Hausmittel:
Wer erkältet ist, braucht vor allem (Bett-) Ruhe. Gehen Sie nicht zur Arbeit. Ihre Kollegen und Ihr Körper danken es Ihnen. Halten Sie sich warm und trinken Sie täglich 2–3 Liter, damit sich der Schleim leichter löst. Gut sind Fenchel- oder Lindenblütentee, Vitamin-C-haltige Säfte sowie Mineralwasser. Gegen Husten helfen täglich 3–5 TL Buchweizenhonig, etwa 30 Minuten vor dem Essen. Frische Hühnersuppe wirkt entzündungshemmend und bremst die Virenvermehrung, so Studien der Universität Nebraska. Der warme Dampf befeuchtet die Schleimhäute, das Sekret kann besser abfließen.

Selbst behandeln – aber richtig:
Finger weg von Antibiotika! Die töten zwar Bakterien ab, können aber gegen Erkältungsviren nichts ausrichten. Bessern sich die Symptome trotz Selbstbehandlung nach vier bis fünf Tagen nicht oder färbt sich der Schleim gelblich, gepaart mit Enge in der Brust – ab zum Arzt! Dann haben sich obendrein Bakterien eingenistet. Setzen Sie pflanzliche Mittel nie zu früh ab, halten Sie sich an die Einnahme-Regeln.

So schützen Sie sich: Trainieren Sie Ihre Atemwege! Z. B. mit Wechselduschen oder in der Sauna. Solche Wärme- und Kältereize regen die Durchblutung im Nasen-Rachen-Raum an und bewirken, dass sich dort mehr Abwehrzellen sammeln. Gegen die echte Grippe können Sie sich jedes Jahr neu impfen lassen.