VITAL Selbstmedikation

Fußprobleme

"Autsch! Aber das krieg ich wieder hin." So denken viele und behandeln sich mit Hausmitteln und rezeptfreien Arzneien. Welche wirklich helfen und wann Sie besser den Arzt fragen, sagt diese Serie. Diesmal: Fußprobleme

Babyfüße sind glatt und zum Knuddeln weich. Kein Hühnerauge, keine Blasen, kein Fußpilz. 25 Jahre später sieht die Bilanz oft anders aus: Mehr als jeder zweite deutsche Erwachsene schlägt sich mit solchen Fußproblemen herum. Schicksal, Alter? Eher nicht, meist liegt's nur an zu wenig Pflege und zu kleinen, zu hohen oder zu engen Schuhen. Die gute Nachricht: Unsere Füße sind nicht sonderlich nachtragend. Die meisten Alltagswehwechen lassen sich schon in vier Wochen beseitigen, ohne Hautarzt oder medizinische Fußpflege. Auch Vorbeugen ist kinderleicht.

Die besten Hausmittel: Gegen Warzen hilft gerade im Anfangsstadium ein lauwarmes Bad in 1 l Wasser mit 3 EL Kochsalz. Zwei Wochen anwenden. Oder fein gehackter frischer Knoblauch auf einem Pflaster, das über Nacht einwirkt. Auf Blasen vor dem Schlafengehen ein mit Franzbranntwein getränktes Mullläppchen kleben. Bei Hühneraugen und Hornhaut: 5 "Aspirin"-Tabletten mit einem Mörser zerstoßen, mit je 1/2 TL Zitronensaft und Wasser verrühren. Auf ein Pflaster geben, über Nacht wirken lassen. Bei einem Nagelpilz lohnt der Versuch Oreganoöl, das drei Wochen lang abends auf den befallenen Nagel getupft wird. Oder einen Brei aus 3 TL Backpulver und 1/2 TL Wasser mixen, auf ein Pflaster streichen und zwei Wochen vor jedem Schlafengehen auf den infizierten Nagel kleben.

Selbst behandeln - aber richtig: An Warzen und Hühneraugen auf keinen Fall mit Schere oder Nadel herumwerkeln. Das kann zu eitrigen Entzündungen und sogar zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen. Auch Blasen sollten nie aufgestochen werden. Sonst verlieren sie ihr Schutzschild gegen Keimattacken und ihr flüssiges Polster gegen weitere Reibung und Druckschmerz. Denken Sie bei Warzen und Nagelpilz daran, dass Sie andere Menschen anstecken könnten -  und sich die Erreger auch gern am eigenen Körper ausbreiten. Deshalb Blutungen durch rabiate Selbstbehandlung unbedingt vermeiden. Egal, was den Fuß krank macht - hilft die Selbstmedikation nicht binnen vier Wochen, zum Hautarzt gehen.

So schützen Sie sich: Zuoberst stehen passende, bequeme Schuhe -  aus Leder mit einem Absatz von höchstens dreieinhalb Zentimetern. Dazu Strümpfe aus Naturfasern tragen. Haut und Nägel durch abendliches Einreiben von Melkfett geschmeidig halten. Vor Blasen schützt das eincremen mit Hirschtalg. An strumpffreien Tagen etwas Babypuder im Schuh verteilen. In Sauna und Schwimmbad nur mit Badelatschen gehen. Wellness-Rezept: 10 g Zinnkraut und 50 g Kamillenblüten in 10 l Wasser zugedeckt 15 Minuten kochen, 6 Tropfen Pfefferminzöl dazugeben, die Füße 20 Minuten darin baden, mit Ringelblumensalbe eincremen. Und bitte, sooft es geht, die Schuhe ausziehen.