[Alt-Text]

Experten-Interview "Essen und Trimmen-beides muss stimmen"

Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln erklärt, welche Rolle die Ernährung beim Sport spielt.

 

VITAL: Was soll ich essen, damit Bewegung den größten Nutzen bringt?

Viel frisches Obst, Gemüse und Salat, Fisch, mageres Fleisch, fettarme Milchprodukte, Vollkorn, Pflanzenöle und Nüsse. Mit diesen Nahrungsmitteln bekommt der Körper alle Nährstoffe, die er braucht, werden Muskeln und Organe optimal versorgt.

Und wie lang ist die Liste der Verbote?

Es gibt keine Liste. Essen steht für mehr Lebensqualität, wir sollten es genießen. Das ist das Ziel. Außerdem wirken Verbote bei Erwachsenen genauso wie bei Kindern: Man versucht ständig, sie zu übertreten. Deshalb ist alles erlaubt. Durch eine Ernährungsumstellung werden Dickmacher nach und nach reduziert. Aber man muss nicht darauf verzichten.

Wie gelingt eine solche Umstellung am besten?

Sie muss schrittweise vollzogen werden, nicht alles auf einmal. Also anfangs nur eine Portion Obst oder Gemüse am Tag, nicht gleich fünf. Wer z. B. keinen Tofu mag, sollte ihn erst gar nicht als Ersatz für Schnitzel einplanen. Dann besser erst mal die Panade weglassen.

Knurrt uns dann nicht ständig der Magen?

Nein. Hunger ist der sicherste Weg, jede Umstellung schnell wieder aufzugeben. Essen Sie immer, bis Sie satt sind. Der Trick: Volumenreiche Nahrungsmittel wie Gemüse und Vollkorn quellen im Magen auf und sättigen, machen aber nicht dick. Da dürfen Sie ordentlich zulangen.

Sind auch kleine Sünden erlaubt?

Unbedingt! Sie dürfen sogar am Anfang einen Schlemmertag pro Woche einplanen, da ist von Pommes bis Pralinen alles erlaubt. Dafür nehmen Sie sich die restliche Woche zusammen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Schlemmertage von Monat zu Monat weniger ausgenutzt werden. Denn bei einer ausgewogenen Ernährung kommt es zu keiner Unterversorgung, die erst den Heißhunger auf bestimmte Sachen weckt.