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Die vier Kräfte der Selbstheilung 3. Teil: Die Heilkraft des Laufens

Schrank auf, Sportschuhe raus und lostraben. Wann, wenn nicht jetzt, sollten wir uns draußen bewegen? Mit dem VITAL-Einstiegsplan sind Sie dabei: Nach 5 Wochen können Sie 30 Minuten am Stück joggen. Das macht auch Ihre Selbstheilungskräfte fit
Die Heilkraft des Laufens

Zugegeben, der Anfang ist mühsam, weil sich die Beine noch zentnerschwer anfühlen. Aber mit etwas Geduld wird’s leichter, und die Erdanziehung scheint nachzulassen. Gleichzeitig nehmen die positiven Effekte mit jeder Laufrunde zu.
Studien belegen: Wäre es möglich, regelmäßige Bewegung in Tablettenform zu pressen, wäre das die Wunderpille für ein langes Leben.

Sport ist ein Allheilmittel, da sind sich die Forscher einig

Und heilen kann Bewegung auch: Forscher aus Kiel fanden heraus, dass sich bei zuvor sportlich inaktiven Migränepatienten die Anfälle um 45 Prozent reduzierten – durch ein halb stündiges Intervalltraining (Laufen und Gehen) dreimal die Woche zehn Wochen lang. Dänische Forscher untersuchten über einen Zeitraum von 35 Jahren regelmäßig per Fragebogen die sportliche Aktivität von 20 000 Bewohnern Kopenhagens. Das Ergebnis: Jogger, die zwei- bis dreimal die Woche für insgesamt ein bis zweieinhalb Stunden unterwegs waren, hatten eine um fünf Jahre höhere Lebenserwartung als völlig passive und extrem sportliche Dänen. Um Depressionen zu heilen, beziehen Neurologen immer öfter Ausdauersport in die Therapie ein. Das
muss nicht Joggen bedeuten, auch Walken oder Nordic Walken fördert die Regeneration des Körpers. Und darum geht es: Die dritte Kraft der Selbstheilung ist Bewegung. Sie stärkt das kardiovaskuläre System, also Herz, Kreislauf und Stoffwechsel. Das klappt noch besser, wenn wir das Training mit zwei anderen Säulen
der Selbstheilung kombinieren: Dehnung und Achtsamkeit. Beim Laufen oder Walken achtsam zu sein, fällt gerade am Anfang leicht, denn wir bewegen uns anders als gewohnt in der Landschaft. Wir spüren jeden Schritt intensiv, und mehr braucht’s nicht. Die Dehnungseinheiten dürfen Sie auch losgelöst vom Ausdauertraining absolvieren.

Die richtige Einstimmung – und es läuft wie von selbst

Arzt und Heilpraktiker Dr. Kurt Mosetter empfiehlt, am Morgen zu laufen oder zu walken, und zwar auf nüchternen Magen: „So optimieren Sie die Fettverbrennung in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, und steigern die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren. Diabetes und Bluthochdruck werden gebessert oder haben erst gar keine Chance.“ Morgenmuffel laufen tagsüber oder abends, sollten allerdings in den zwei Stunden vor dem Start nichts mehr essen.
Noch ein paar Tipps, bevor Sie loslegen: Wenn Sie sich fragen, ob Sie der körperlichen Belastung gewachsen sind, wenn Sie über 40 Jahre alt sind oder gesundheitliche Probleme haben, sprechen Sie bitte erst mit Ihrem Arzt. Okay? Dann starten Sie, vielleicht mit einer Laufgruppe oder einer Freundin. Notieren Sie Ihre Erfolge, schreiben Sie nach jedem Bewegungstag auf, was Sie erreicht haben („Es goss in Strömen, 15 Minuten gelaufen, Rest gegangen, pitschnass nach Hause gekommen – superstolz“).
Nutzen Sie alles, was Sie motiviert, durchzuhalten. Sie mögen technische Anreize? Neben Pulsuhren gibt es für Smartphones Apps, die den Streckenverlauf und Ihre Leistung über GPS registrieren. Im nächsten Heft wird es um die Ernährung gehen; sie ergänzt das Ausdauertraining ideal. Und bis dahin können Sie schon 30 Minuten am Stück laufen oder zügig (Nordic-)walken. Versprochen.

 

Die Heilkraft des Laufens ist der dritte Teil unseerer Selbstheilungs-Serie. Den ersten Teil "Dehnung: Die Quelle der Entspannung" können Sie hier nachlesen. Und den zweiten Teil "Achtsamkeit: Den Moment lieben" finden Sie hier.

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