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Energie: Beauty Hallo, Frau Sonne!

Kaum etwas fühlt sich so wohlig an wie die ersten Frühlingsstrahlen. Endlich! Lange haben wir auf die Wärme von oben gewartet. Aber wir gewöhnen uns langsam aneinander: Denn die Frühjahrssonne ist bereits sehr intensiv und trifft unseren Teint nicht selten etwas unvorbereitet. Was unsere Haut jetzt schützt und schön macht
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Begleitschutz für jeden Tag

Experten sind längst einig: Der UV-Schutz ist die effizienteste Anti-Aging Maßnahme. Neben dem UVB-Anteil des Lichts, der mit Bräune und Sonnenbrand in Verbindung gebracht wird, gelten insbesondere UVA-Strahlen als Schönheitsräuber: Sie lassen den Teint fleckig werden und fördern das Entstehen von Falten. Leider enthalten die meisten Tagescremes lediglich einen UVB-Filter, meist beträgt der Lichtschutzfaktor (LSF) 15. Das reicht im Winter – aber auch im Frühling? Immerhin gleicht die Strahlungsintensität der Sonne im März der Ende September, im April der im August. Dr. Katrin Kipper, wissenschaftliche Leiterin bei Vichy: „LSF 50 wäre in der Tagespflege bei intensiver Sonne zu begrüßen. Doch Kundenumfragen zeigen immer wieder, dass ein hoher Lichtschutz nicht gewünscht ist.“ Zur Anwendung empfiehlt sie: „Tagescreme muss großzügig aufgetragen werden, damit sich der Lichtschutz entwickeln kann. So wird für das Gesicht rund ein Teelöffel voll benötigt.“
 

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In diesem Fall höchst ungern! Studien belegen, dass Gesichter mit Pigmentflecken bis zu zehn Jahre älter geschätzt werden als ebenmäßige. Warum treten aber gerade im Frühling diese Verfärbungen vermehrt auf? Neben der Sonneneinwirkung können auch hormonelle Schwankungen diesen unangenehmen Effekt begünstigen. „Wenn mehr Licht an die Haut gelangt, werden die Melanozyten wieder stärker aktiviert“, erklärt Dr. Katrin Kipper. „Diese Zellen produzieren braune Hautfarbstoffe, sogenannte Melanine. Und die verteilen sich nicht unbedingt gleichmäßig.“ Eine unschöne Tatsache, die sich vor allem ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar macht: Statt ebenmäßiger Bräune entstehen tief in der Haut Pigmentansammlungen, die als dunkle Flecken durch die Epidermis scheinen. „Neben Lichtschutz zum Vorbeugen hilft auch Lipohydroxysäure (LHA), die abschuppend wirkt, die Zellerneuerung stimuliert und depigmentiert“, sagt die Vichy-Expertin. Auch die Kombination aus reinem Vitamin C und Wildrosenöl hat sich als wirkungsvoll erwiesen. Weitere natürliche Aufheller sind Gänseblümchen, die die Hauterneuerung aktivieren und die Melaninbildung ausgleichen, sowie alternativ Tausendschön.
 

Machen wir's kurz: Bräune in Bestzeit

Frauen in Deutschland gefallen sich mit gebräuntem Teint immer noch am besten, ergab eine Umfrage. Weil lange Sonnenbäder aber der Haut schaden, setze Beautyhersteller Wirkstoffe ein, die den Bräunungsprozess beschleunigen. "Einige Lichtschutzprodukte enthalten neben den klassischen UVA- und UVB-Filtern Tyrosin C. Das besteht aus Tyrosin – eine Vorstufe des körpereigenen Melanins – und Koffein, das die Wirkung intensiviert", erläutert Dr. Katrin Kipper. "Je mehr Tyrosin ich zugebe, desto mehr Melanin kann produziert werden. Auch gegen das Verblassen werden vielversprechende Ansätze entwickelt. Neu ist zum Beispiel ein Komplex mit süßem Orangen- und Buriti-Öl, der wie die Sonne selbst die natürliche Melanin-Produktion stimuliert und eine regelmäßige „echte“ Pigmentierung der Haut fördert. So soll die Bräune bis zu einem Monat länger halten.
 

Der Glow-Effekt: strahlend schön

Das Schönste, was es in der Welt gibt, ist ein leuchtendes Gesicht“: an diesem bekannten Aphorismus hat sich bis heute nichts geändert – an den Möglichkeiten, unseren Teint zum Leuchten zu bringen, schon. Visagisten sprechen vom „Glow“, was nichts anderes meint als zarte, gut durchblutete Haut. Mit Anfang 20 strahlt sie, geschmeidig und gut durchfeuchtet, noch von selbst. Erst mit den Jahren nimmt diese Fähigkeit ab, sodass der Teint glanzloser und müder wirkt. Was dagegen hilft? „Inhaltsstoffe, die einen leichten Peeling-Effekt haben, die Zellerneuerung anregen und die Hautstruktur verbessern“, so die Hautexpertin Dr. Katrin Kipper. Den begehrten Glow von außen bringen Pigmente, die das auftreffende Licht brechen und irisierend wirken. Dr. Kipper erklärt: „Texturen mit sehr feinen Perlmuttpartikeln lassen unsere Haut strahlen. Sie wirken wie physikalische Spiegel und reflektieren das Licht.“
 

„Warst du im Urlaub?“ Tricks mit Rouge & Co

Leicht gerötete Wangen und ein wacher Blick wie nach einem langen Spaziergang lassen sich leicht nachahmen: Lächeln Sie, dann platzieren Sie einen Tupfer Rouge auf dem höchsten Punkt der Wangen und blenden das Ganze aus. Ideale Nuancen sind Pfirsich bei eher warmen Hauttönen, kühlere Typen sollten dagegen eher zu Pinkvariationen greifen. „Zum Thema Frühling passen strahlende, leuchtende Lidschatten, die leicht schimmern, wie etwa Gold- und Kupfertöne mit einem Schuss Champagner“, sagt Markus Zilling, Senior Eventteam Member bei Mac Cosmetics. Wichtig beim Auftragen: „Es darf nicht nach Schminktechnik aussehen. Vermeiden Sie also harte Konturen, sondern setzen Sie ganz weiche Übergänge“, erklärt der Profi. Auch mit Highlighter-Produkten – als Fluid oder Puder – lässt sich ein zarter Teint betonen. Sie werden sparsam in Bögen von den Brauenenden zu den Wangenknochen hin aufgetragen. Ganz natürlich auf heller Haut sehen Silber- oder Roséschimmer aus, schön zu dunklen Teints sind Produkte mit goldenen und rötlicheren Pigmenten.
 

Die geben den Ton an

In einem Experiment fanden Forscher heraus, dass Menschen mit rosigen und leicht gebräunten Gesichtern bessere Führungsqualitäten zugetraut werden als solchen mit eher fahlem und blassem Teint. Erstaunlich: Der gesunde Look war den meisten dabei sogar wichtiger als intelligentes Aussehen. Tatsächlich fühlen wir uns mit einem sonnengeküssten Teint wohler, vielleicht sogar selbstbewusster. Das schnellste Ergebnis jenseits von Selbstbräunern und ungesunder Sonnenbank bringt Bronzingpuder. Die moderne Variante zaubert natürlich wirkende Nuancen ins Gesicht, als hätten wir gerade ein verlängertes Urlaubswochenende im Süden verbracht. Damit er optimal wirken kann, wird der Puder mit einem großen wichen Pinsel aufgetragen - und zwar genau auf jenen Gesichtspartien, die der Sonne am meisten ausgesetzt sind: Stirn, Wangenknochen, Nasenrücken und Kinn. Auch schnell und unkompliziert: getönte Fluids, die sich abends einfach wieder abwaschen lassen. Wichtig ist hier, die Ränder sorgfältig zu verstreichen und auch die Ohren nicht zu vergessen. Für den Urkaubs-Look das ganze Jahr über sind Lotions ideal, die wenig Selbstbräunersubstanz enthalten und täglich angewendet werden können.