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Gesundheit Was unser Herz begehrt

Wir wussten es schon immer: Frauenherzen schlagen anders. Aber nur wer die Unterschiede kennt, kann vorsorgen und sein Herz-Kreislauf-System schützen.
Herzkreislauf fördern
Wir sind Mütter, Töchter, Schwestern, Ehefrauen, Geliebte, Freundinnen. Wir Frauen haben für alle ein großes Herz. Doch bei aller Liebe muten wir unserem Herzen unheimlich viel zu. Mitunter zu viel. Laut Deutscher Herzstiftung steigt die Rate der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und -Todesfälle bei Frauen zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr an. Wie eine aktuelle Forsa-Umfrage ergab, sind drei Viertel der befragten Frauen überzeugt, dass Männer ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben und ihr eigenes nur bei 31 Prozent liege. Ein fataler Irrtum. Denn obwohl Männer häufiger einen Herzinfarkt erleiden, sterben Frauen – vor allem junge Frauen unter 50 Jahren – mehr als doppelt so häufig daran. 

Schwerpunkt Frauenmedizin

„Schon Frauen um das 30. Lebensjahr sind mittlerweile betroffen“, sagt Dr. Jana Boer, Sprecherin der Arbeitsgruppe Gendermedizin (d. h. geschlechtsspezifische Forschung mit Schwerpunkt Frauenmedizin) im Bundesverband Niedergelassener Kardiologen. „Der weibliche Lebensstil passt sich immer mehr dem männlichen an. Viele junge Frauen rauchen, haben genauso viel Karrierestress und halten auch in ihren Trink- und Essgewohnheiten – zu viel Fleisch, tierische Fette – mit den Männern Schritt. Hinzu kommt die Einnahme von Östrogenen in Form der Pille.“
Übergewicht, Stress, Rauchen und Hormone – (junge) Frauen kennen die Faktoren für ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Doch dass die Folgen eines intensiven Lebensstils einen nicht erst im Rentenalter einholen, will nicht in ihr Bewusstsein. Wie auch. Sie sind in ihrem Job, in ihrer Familie oder auch in beidem oft so eingespannt, dass sie weder Zeit noch Kopf dafür haben, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Schon gar nicht mit lästigen „Wehwehchen“ wie Schwindel oder Aus-der-Puste-Geraten beim Treppensteigen. „Ich habe gedacht, das wird schon wieder“ oder „Ach, das ist nichts Schlimmes“ – so lauten die häufigsten Fehleinschätzungen.

Symtome werden oft unterschätzt

Verständlich, denn oft machen sich Herzbeschwerden eher untypisch bemerkbar. Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel, Bauch- und Rückenschmerzen. Aber sogar mit dem klassischen Symptom des retrosternalen Schmerzes, also des Herzschmerzes hinter dem Brustbein bei einem Angina-Pectoris-Anfall (Herzenge) oder Herzinfarkt, gehen nur etwa zwei Drittel aller Frauen zum Arzt. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, bringt auch der Allgemein- oder Hausarzt das Symptom nicht unbedingt mit dem Herz einer Patientin in Verbindung.
 
 
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