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Lunge Pneumonie: Alles über Lungenentzündung

Einatmen, ausatmen – das tun wir etwa 20.000-mal jeden Tag. Und denken so gut wie nie darüber nach. Anders sieht es aus, wenn das Schnaufen mühsam wird. Das kann ein Zeichen für eine Lungenentzündung sein.

Frau Lungenentzündung

Kaum einer von uns kommt ohne Erkältung durch den Winter. Meist überstehen wir Husten und Schnupfen schnell, doch wenn sich die Erreger weiter ausbreiten und eine Infektion der Lunge auslösen, kann’s gefährlich werden: Mit Lungenentzündung landen hierzulande mehr Menschen im Krankenhaus als mit Herzinfarkt oder Schlaganfall, und jede 40. Lungenentzündung endet sogar tödlich. Immerhin rund 800 000 Deutsche erkranken jedes Jahr an einer sogenannten Pneumonie, seit einiger Zeit steigt die Zahl kontinuierlich. Damit es Sie nicht erwischt bzw. Sie sich schnell richtig behandeln lassen können, hier die wichtigsten Fakten.

Was passiert bei einer Pneumonie?

Eine bakterielle Lungenentzündung – die häufigste Form – wird meist durch Pneumokokken ausgelöst. Außerdem können Viren, Parasiten, Pilze und andere Erreger eine nichtbakterielle Lungenentzündung hervorrufen. In beiden Fällen entzünden sich die Lungenbläschen oder das dazwischenliegende Lungengewebe.
Das Lungengewebe füllt sich mit Flüssigkeit, die Infektion breitet sich mitunter rasch im ganzen Körper aus. Ältere und geschwächte Menschen weisen oft keine eindeutigen Symptome auf, bei ihnen kann schon eine schlechtere Allgemeinverfassung auf eine Lungenentzündung hindeuten. Junge und gesunde Leute sind nach zwei bis drei Wochen wieder obenauf.

Woran erkenne ich, ob jemand eine Lungenentzündung hat?

Die Krankheit beginnt plötzlich mit einem starken Fieberschub. Weitere Zeichen sind Schüttelfrost, beschleunigte Atmung, erhöhter Puls und trockener Reizhusten sowie Schmerzen im Brustkorb. Die Erkrankten fühlen sich schwer mitgenommen, schwitzen stark und wirken wegen des hohen Fiebers eventuell verwirrt. Suchen Sie bei Verdacht sofort Ihren Hausarzt oder einen Internisten auf.

Wie diagnostizieren Ärzte eine Lungenentzündung?

Beim Abhören der beiden Lungenflügel mit einem Stethoskop prüft der Arzt, ob die Atemgeräusche krankhaft verändert klingen. Auf dem Röntgenbild des Brustkorbes sieht er die Lage und das Ausmaß der entzündeten Bereiche. Um den Erreger genau zu bestimmen, nimmt er evtl. eine Sekretprobe aus dem Rachenraum. Auch eine Blutprobe gibt Hinweise auf Art und Ausbreitung des Erregers.

So stärken Sie Ihre Lunge
  • Mehrmals am Tag bewusst tief ein- und ausatmen. Steigern Sie den Effekt noch, indem Sie zischend ausatmen.
  • Atmen Sie draußen in der Kälte (auch beim Joggen) möglichst durch die Nase ein, dort können die Schleimhäute die meisten Bakterien abfangen.
  • Singen Sie mit voller Inbrunst, zum Beispiel zu Hause oder im Auto zum Lieblingslied im Radio. Am meisten bringt das regelmäßige Stimmtraining, etwa beim Chorsingen.
  • Gehen Sie möglichst oft in die Dampfsauna. Das wirkt wie ein natürliches Antibiotikum; die feuchte Luft reinigt Lunge und Bronchien und hilft den Nasenschleimhäuten zu funktionieren.

Wie behandelt der Arzt?

Meistens wird bei gesicherter Diagnose ein Antibiotikum verabreicht, das die häufigsten Erreger von Lungenentzündungen bekämpft. Das sollen die Kranken bis zu zehn Tage nehmen. Wer die schnell wirkenden Medikamente zu früh absetzt, riskiert einen Rückfall, der oft schwerer als die ursprüngliche Lungenentzündung verläuft. Wichtig: sich schonen (möglichst Bettruhe) und ausreichend trinken, um den hohen Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Wen erwischt es besonders häufig?

Das höchste Risiko haben Babys bis ein Jahr, Erwachsene über 60 und Menschen mit Vorerkrankungen: Besonders Patienten mit geschwächter Immunabwehr sind zu Hause oder im Krankenhaus Erregern der Lungenentzündung ausgesetzt. Auch bei zuckerkranken Patienten (Diabetes mellitus) besteht die Gefahr, dass eine Lungenentzündung chronisch und damit für sie lebensgefährlich wird.

Wie kann ich einer Lungenentzündung vorbeugen?

Kurieren Sie jede Erkältung aus. Da eine Pneumonie oft als Folge einer Grippe auftritt, wirkt eine Influenza-Schutzimpfung vorbeugend. Zusätzlich kommt die Pneumokokken-Impfung infrage. Der beste Schutz: ein gesunder Lebensstil (nicht rauchen!) und eine ausgewogene Ernährung, um das Immunsystem bestmöglich zu stärken.

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Autor:
Bruntje Thielke