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Es begegnet uns überall Palmöl - Inhaltsstoff in Kosmetik und Lebensmitteln

In den Regalen stehen heute zahlreiche Produkte mit Palmöl: Wir erklären Euch, weshalb dieser Inhaltsstoff in der Kritik steht, wieso sein Anbau trotz vieler Herausforderungen nicht grundsätzlich schlecht ist und worauf Ihr beim Einkaufen achten könnt.
Palmöl Vorteile und Nachteile

Oft ohne es zu wissen, verwenden wir täglich viele Produkte, in denen Palmöl verarbeitet wurde: Beispielsweise Cremes, Duschgele und Lippenstifte, aber auch Kerzen, Seife, Waschmittel, Schokoriegel, Eis, Tiefkühlpizza, Margarine – sogar in Biokraftstoffen ist das Multitalent enthalten. Kosmetikunternehmen verwenden den Inhaltsstoff gerne, weil er trockene Haut zart pflegt und zugleich vor schädlichen freien Radikalen schützt. In der Lebensmittelindustrie wiederum ist Palmöl besonders beliebt, weil es den Geschmack verbessert und Nahrungsmitteln zu ganz verschiedenen Eigenschaften verhilft: So bringt es etwa Schokolade zum Schmelzen – lässt aber auch Margarine fest und schön orange werden.

Palmöl - ein Allroundkünstler, der in die Kritik geraten ist

All das kann Palmöl, doch es steht mittlerweile in Verruf: Ein Grund dafür ist, dass für den Anbau der Ölpalme, aus dem es gewonnen wird, Regenwald gerodet wird. Am stärksten davon betroffen sind Malaysia und Indonesien, von wo etwa 85 Prozent des Palmöls stammen. Allein in Indonesien mussten zwischen 1990 und 2005 fast 1,5 Millionen Hektar Regenwald weichen – und der Flächenbedarf nimmt weiter zu. Da der Regenwaldboden besonders reich an Kohlenstoff ist, der durch Brandrodungen freigesetztwird, steigt die Klimaerwärmung weiter an. Dadurch ist das kleine Indonesien mit drei Milliarden Tonnen inzwischen der drittgrößte Erzeuger von Treibhausgasen geworden – hinter den geografischen Riesen USA und China.

Hinzu kommt, dass die Brandrodung die Entstehung von gesundheitsschädlichem Smog begünstigt. Mit dem Verschwinden des Regenwaldes wird zudem vielen Tieren die Heimat genommen – etwa den Orang-Utans, Sumatra-Tigern oder Java-Nashörnern. Der Konsum von herkömmlichem Palmöl trägt direkt zu deren Ausrottung bei. Und schließlich leiden auch die in den Anbaugebieten lebenden Menschen, indem sie von ihrem Land vertrieben oder gegen geringe Löhne als Arbeiter auf Palmölplantagen eingesetzt werden.

Palmöl ist trotzdem nicht grundsätzlich schlecht

Warum also nicht einfach Produkte mit anderen Pflanzenölen kaufen, wie einige Verbraucher es ganz bewusst tun? Weil mittlerweile immer mehr Umweltschützer warnen, dass dieser Wechsel zu einem noch viel höheren Flächenbedarf führen würde: „Die Ölpalme ist eine höchst effiziente Nutzpflanze“, so Martina Fleckenstein, Leiterin des Fachbereiches Landwirtschaft und Landnutzungswandel der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland. Für die von ihr produzierte Ölmenge benötigen Raps und Sonnenblumen die viereinhalbfache, Sojapflanzen sogar die achtfache Fläche. „Der Wechsel von Palmöl zu anderem Pflanzenöl würde daher nur zu ähnlichen Anbauproblemen in anderen tropischen Ländern führen“, erklärt Martina Fleckenstein.

 

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